Der Ritter gilt als das Paradebeispiel des mittelalterlichen Kriegers. Doch war dieses Bild allein auf Europa beschränkt? Ein Blick über den Kontinent zeigt: Dass Reiterkrieger nicht allein in den europäischen Regionen existierten. Die Geschichte erzählt von verschiedenen Kulturen – von Asien über Afrika bis hin zu Amerika.
Ein Ritter war einer der schwer gepanzerten, berittenen Berufssoldaten – das Bild prägt die Vorstellung des mittelalterlichen Kriegers. Nur in Europa? Falsch – das ist zu kurz gegriffen. In Byzanz und Japan gab es ähnlich wie ein Ritter-ähnliches Konzept. Auch die Samurai waren berittene Krieger – sie sind die japanischen Kollegen der europäischen Ritter. Der Unterschied bleibt jedoch der – dass sich die Ritter in Europa aus einer spezifischen Gesellschaftsschicht heraus entwickelten.
Die Existenz gepanzerter Reiter🏇 ist in vielen Kulturen nachweisbar. Bedenken wir beispielsweise die Zivilisationen in Mali, Äthiopien und im Kongo. Hier existierten gesellschaftliche Strukturen die den Kriegerstand einschlossen. Wie sieht es jedoch mit den arabischen und türkischen Reichen aus? Auch in diesen Gebieten gab es militärische Einheiten mit berittenen Kriegern. In Zentralasien und Indien finden wir ähnliches – die gepanzerten Reiter waren überall dort identifizierbar wo Pferde eine Rolle im kriegerischen Konspielten.
Eine wichtige Klärung – im Amerikas gab es schlichtweg keine Pferde und dadurch ebenfalls keine gepanzerten Reiter. Auch Eisenwaffen blieben weitestgehend unbekannt. Besonders in den Hochkulturen der Azteken und Inka finden wir allerdings gut organisierte Berufsheere – die Elite-Krieger, etwa die Ocelotl und Cuauhtli, könnten Parallelen zu den Rittern aufzeigen. Diese Vergleiche sind schlüpfrig jedoch eine Überlegung wert.
Die Struktur die in vielen sesshaften und auch einigen nomadischen Kulturen entsteht ist die einer kämpfenden und schützenden Gruppe. Macht und Waffen kommen oft zusammen was unweigerlich zu Führungspositionen führt. Somit ist klar – dass adlige Kriegerfiguren in vielen Hochkulturen existierten. Der Ritter tritt jedoch besonders hervor – seine Kampfweise zu Pferde unterscheidet ihn von anderen Kriegern. Das Konzept der Kavallerie – eine Idee die ihren Ursprung im Römischen Reich hat – wurde im mittelalterlichen Europa populär, blieb jedoch nicht auf diesen Kontinent beschränkt.
Interesse an der japanischen Kriegerkultur? Auch hier existiert ein System ähnlich der Ritterschaft die Samurai hageln Blicke auf sich. China? Einheitliche Kastenformen » die dem Ritterstand nahe kommen « sind nicht bekannt.
Selbst Zentral- und Südamerika verwehen nicht im Geschichtswind. Die Inkas und Mayas hatten eine eigene Form von Kriegern obwohl unter anderem Namen. Der europäische Gedanke über den Ritter könnte hier nicht einfach angewendet werden – Ähnlichkeiten bestehen, allerdings die Kultur war gänzlich unterschiedlich.
Im frühen Mittelalter war Amerika weit über die Entdeckung hinaus. Die dort lebenden Ureinwohner wie „Indianer“ klassifiziert, können nicht als Ritter im europäisch-historischen Sinn gelten. Ihre Entwicklung war lange nicht auf dem Stand der in Europa üblich war.
Zusammengefasst? Das Konzept der kriegerischen Elite ist keines ohne globale Wurzeln. Die Ritter ´ so sollten wir erkennen ` lassen sich nicht nur auf Europa beschränken. Allerorts gab es Kämpfer in beratenden und schützenden Rollen – unterschiedlich benannt und organisiert freilich stets mit einem gemeinsamen Ziel.
