Warum kostet ein Cappuccino in Cafés oft mehr als 2 Euro?

Was sind die Hauptkostenfaktoren für die Preisgestaltung von Cafégetränken?

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In einem Café fragen sich viele Verbraucher über die hohen Preise für einfache Getränke. Besonders Cappuccinos oder andere Kaffeespezialitäten können zwischen 2 und 3 Euro 💶 kosten. Der Preis scheint im Vergleich zur geringen Menge an Kaffee ´ die in der Tasse enthalten ist ` teilweise übertrieben. Ist dies wirklich so ungerechtfertigt, ebenso wie es scheint?


Wenn man die Kalkulation dieser Getränke näher betrachtet, wird klarer welche Faktoren in die Preisgestaltung einfließen. Zunächst einmal steigt der Preis für einen Cappuccino nicht nur aufgrund der Erhöhung der Mehrwertsteuer, allerdings ebenfalls durch die steigenden Rohstoffpreise. In den letzten Jahren steigt der Marktpreis für einen Kilo Kaffee der zwischen 11 und 18 Euro liegt. Aus einem Kilo Kaffee können etwa 150 Tassen zubereitet werden – das ergibt einen Warenwert von ~circa․ 0⸴11 Euro pro Tasse. Diese Zahlen sind für viele überraschend.


Dazu kommen weitere Kosten die auf den ersten Blick nicht sofort ersichtlich sind. Bei den wesentlichen Zutaten – Milch, Zucker und sogar einem kleinen Keks – muss ähnlich wie berücksichtigt werden, dass auch diese Materialien kosten. Ein Keks kann etwa 0⸴07 Euro kosten. Ein Beutel Zucker schlägt mit 0⸴02 Euro zu Buche und 0⸴1 Liter Milch für einen Cappuccino kostet circa 0⸴06 Euro. Daraus ergibt sich ein Gesamtwarenwert von etwa 0⸴26 Euro – der Großteil des Preises ist damit tatsächlich nicht aus den Zutaten selbst begründet.


Nun könnte man argumentieren, dass dieser Preis für einen Cappuccino einfach zu hoch ist, schließlich ist der Warenwert niedriger. Doch damit ist es nicht getan. Kambis Gesseljay, ein Cafébesitzer, erklärt, dass noch viele weitere Ausgaben hinzukommen – etwa Mieten, Strom und auch Anschaffungskosten für das Porzellan. Ein einfaches Porzellan-Cafébecher kostet rund 5 Euro und muss nach circa 1․000 Spülvorgängen ersetzt werden. Daraus ergibt sich ein Wert von 0⸴02 Euro pro Tasse. Wenn man des Weiteren die Betriebskosten etwa für Personal und Strom in die Kalkulation einbezieht, kommen zusätzliche Beträge dazu.


Das Personal spielt eine wesentliche Rolle bei den Kosten. So erhält ein Spüler einen Stundenlohn von 10 Euro. Wenn dieser für das Spülen von 200 Tassen über zwei Stunden benötigt, ergibt sich ein weiterer Kostenfaktor von 0⸴10 Euro pro Tasse. Der Kellner verdient 15 Euro pro Stunde und benötigt ähnliche Zeit für die Zubereitung und das Servieren. Das führt zu 0⸴30 Euro pro Tasse für ihn. Zusammen mit anderen Kosten wie Miete und Strom, summiert sich das auf rund 0⸴59 Euro.


Die Gesamtkosten für die Herstellung eines Cappuccinos belaufen sich dadurch auf 0⸴85 Euro. Bei einem Verkaufspreis von 2⸴30 Euro bleibt am Ende eine Gewinnspanne von 1⸴08 Euro. Der Kaffee ist also weit von reiner Abzocke entfernt ´ sondern es sind viele Kostenfaktoren ` die berücksichtigt werden müssen. Ein klarer und fairer Marktwert spiegelt sich in diesem Preis wider.


Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Preisgestaltung für einen Cappuccino weit weiterhin umfasst als nur die Zutatenkosten. Mieten, Löhne, Betriebskosten und nicht zuletzt der Service tragen zur Preisstruktur bei. Am Ende entscheidet jedoch der Verbraucher selbst ob ihm ein Cappuccino den Preis wert ist.


Fazit: Der Preis eines Cappuccinos ist nicht nur ein einfacher gesetzlicher Betrag. Es handelt sich um ein komplexes Zusammenspiel aus mehreren wirtschaftlichen Faktoren die letztlich den Gewinn des Cafés absichern müssen.





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