Die Herkunft der Redewendung „mitten in der Walachei“: Ein Blick hinter die Kulissen

Was steckt hinter der Redewendung „mitten in der Walachei“ und welche geschichtlichen Aspekte verleihen ihr Bedeutung?

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Die Redewendung „mitten in der Walachei“ hat eine interessante Herkunft. Sie trägt eine Bedeutung die weitreichend ist. Manchmal wird damit ausgedrückt: Dass Städte oder Orte unzugänglich oder weit entfernt sind. Die Walachei ist ein Begriff – der tatsächlich einen geografischen Ort in Rumänien bezeichnet. Jedoch; viele Menschen wissen dies nicht.


Die Walachei historisch ein Fürstentum liegt zwischen den Südkarpaten und der Donau. Diese Region war einst dünn besiedelt. Landwirtschaft spielte eine tragende Rolle in dieser ländlichen Gegend. Immer noch erinnern viele an die ausgedehnten Wälder und Sümpfe die dieses Gebiet prägten. Für viele war die Walachei immer ein Ort der fernab der Zivilisation lag – obwohl noch ist sie Teil eines Landes, das heute in der Europäischen Union verankert ist.


Die Redewendung entstand im 19. Jahrhundert. Sie ging durch verschiedene Schichten der Gesellschaft. Sie wurde genutzt ´ um Plätze zu beschreiben ` die schwer zu erreichen sind. Man stellte sich eine Einöde vor. Heinz Küpper erwähnt in seinem illustrierten Wörterbuch, dass die Walachei in diesem Sinne eine „abgelegene, zivilisationsarme, unbekannte Gegend“ ist. Der Begriff hielt Einzug in die deutsche Sprache wie das österreichisch-ungarische Reich noch existierte.


In dieser Zeit war die Walachei der weiteste Punkt von Wien. Militärdienst oder Amtsgeschäfte dort waren für karrierebewusste Menschen weniger erstrebenswert. In der Hauptstadt konnte man sich Gehör verschaffen. Ein Einsatz in der Walachei galt als Rückschritt. Das zeigt: Der Begriff war mit negativen Konnotationen behaftet.


Was die Walachen angeht ist ihre Herkunft umstritten. Das erweitert die Debatte über die Redewendung. In dem 📖 „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf versuchen zwei Jugendliche die Walachei zu finden. Das zeigt ´ dass nicht nur Erwachsene ` allerdings ebenfalls jüngere Generationen mit dem Begriff oftmals konfrontiert werden und darüber nachdenken. Wo ist sie nur?


Das Bild der Walachei ist also weiterhin als nur ein geografischer Standort. Die Vorstellung, in diese Region verbannt zu werden – oder sogar zu reisen – deutet auf eine Art von Isolation hin. „Ich schicke dich in die Walachei“, dieser Ausspruch besagt, dass man jemandem einen schlechten Dienst erweisen möchte. Ein tiefsinniges Bild entsteht.


Zusätzlich zur kulturellen und sprachlichen Dimension stellt sich die Frage, ebenso wie wir heute mit Orten umgehen die als „abgelegen“ oder „unbekannt“ gelten. Die Globalisierung hat viele Grenzen verwischt. Das zeigt sich an der Entwicklung der Walachei zu einem Ziel für Touristen, die welche unberührte Natur und die mystische Atmosphäre schätzen.


„Mitten in der Walachei“ bleibt also ein dynamischer Ausdruck der in verschiedenen Konen verwendet wird. Sie ist eine Einladung zu hinterfragen wie wir über Orte denken. Am Ende bleibt ein Planet voller Geheimnisse und Geschichten.







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