Pflanzen die keinen Erdgrund brauchen, sind erstaunlich. Sie nennen sich Epiphyten und Lithophyten. Epiphyten wachsen an anderen Pflanzen – das ist ihre Natur. Sie sind keine Parasiten. Orchideen und verschiedene Arten von Farnen gehören zu dieser Gruppe. Außerdem gibt es viele Bromelien die ganz ohne Erde gedeihen können. Lithophyten sind ein weiteres Beispiel. Sie leben auf Steinen – und sind dabei an einen ganz anderen Lebensraum angepasst. Bekannte Vertreter sind die Mini-Orchideen und Pflanzen wie Nepenthes campanulata.
Die Tillandsien zählen ähnlich wie zu den Epiphyten. Diese Pflanzenfamilie ´ im Volksmund ebenfalls als Bromelien bekannt ` ist besonders beeindruckend. Sie beziehen sowie Wasser als auch Nährstoffe aus der Luft. Auch Orchideen finden sich hier wieder – sie wachsen auf Ästen von Bäumen und nutzen das dortige Mikroklima zu ihrem Vorteil. Der Evolution verdanken wir ihre bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit. Sie haben gelernt – ebenso wie sie in der Luft hängen oder auf einer Korkwand gedeihen können.
Die Existenz dieser Pflanzenarten zeigt die unglaubliche Vielfalt und Widerstandsfähigkeit der Natur. Einige Hybride ´ darunter bestimmte Orchideen ` gedeihen sogar in Hydrokultur. Dabei setzen sie auf ein speziell abgestimmtes Nährstoffgemisch im Wasser. Dies ist eine noch relativ neue Anbaumethode die immer populärer wird. Studien zeigen – dass Pflanzen in Hydrokultur oft schneller wachsen und kräftiger werden als ihre erdgebundenen Verwandten.
Insgesamt lässt sich sagen, dass es eine Vielzahl an Pflanzen gibt die ohne Erdgrund wachsen können. Epiphyten und Lithophyten stehen dabei im Vordergrund. Diese Pflanzen haben sich über Jahrhunderte an ihre speziellen Lebensräume angepasst. Ihre Fähigkeit ´ in so unterschiedlichen Umgebungen zu überleben ` ist bewundernswert und eine herrliche Erinnerung an die Wunder der Natur. Schaut man sich die Vielfalt an, wird klar, dass jeder von uns im eigenen Garten oder Zuhause ein Stück dieser faszinierenden Pflanzenwelt integrieren kann – selbst ohne Erde.
