Die Frage nach der Berechtigung zur Ausbildung nach einem Studium ist komplex. Absolventen sind häufig unsicher über ihre Möglichkeiten. Viele denken – dass ihr Studium allein ausreicht. In Wahrheit benötigen sie jedoch zusätzlich eine Ausbildereignung. Diese wird durch die Industrie- und Handelskammer (IHK) verliehen. Ein Abschluss in einem fachlich verwandten Bereich ist zwar wichtig – dennoch sind ebenfalls pädagogische Fähigkeiten notwendig.
Traditionell übernehmen Meister die Rolle des Ausbilders. Ein Malermeister bildet beispielsweise Malergesellen aus. In Berufen ohne Meisterprüfung zum Beispiel bei Physiotherapeuten ist es notwendig eine Zusatzausbildung zu absolvieren um als Ausbilder tätig zu werden. Besonders in akademischen Berufen ist die Erwartung: Dass man Lehrer oder Professor wird. Um an einer Universität unterrichten zu können ist in der Regel eine Habilitation erforderlich. Diese befähigt zur Lehre und kann zur Privatdozentenstelle oder einer Professur führen.
Um als Ausbilder in einem Beruf wie Informatik aktiv zu werden, sollte man nach der Ausbilder-Eignungsverordnung die entsprechenden pädagogischen Kenntnisse nachweisen. Dabei ist der Nachweis der persönlichen Eignung besonders wichtig. In vielen Fällen ist der Weg zur Ausbildereignungsprüfung nicht komplex, es bedarf lediglich eines sechs Wochen dauernden Lehrgangs. An dessen Ende finden Prüfungen bei der IHK statt.
Der Abschluss des Studiums allein reicht also nicht aus um rechtlich als Ausbilder tätig zu sein. Die fachliche Eignung wird durch das Studium zwar unterstrichen. Dennoch muss eine qualifizierte Prüfung absolviert werden. Die IHK-Prüfung ist ein formalisierter Prozess. Ein Beispiel für die Anforderungen ist die Kenntnis der Ausbildungsmethodik – von der Planung bis zur Durchführung.
Zusammenfassend ist die Ausbildereignung nach dem Studium essenziell. Berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse zu erlangen ist der Schlüssel. Absolventen sollten sich frühzeitig über die Anforderungen ihres jeweiligen Fachbereichs informieren. Ein rechtzeitiges Handeln kann Türen öffnen und neue berufliche Perspektiven schaffen. Wer sich die Mühe macht diese Anforderungen zu erfüllen hat beste Chancen in der Ausbildung erfolgreich zu werden. Der Weg mag hart erscheinen jedoch die Belohnung – das Ausbilden von zukünftigen Fachkräften – ist es wert.
