Der Brexit ist weiterhin als nur ein politisches Schlagwort! Dieser Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union wirft zahlreiche Fragen auf. Die Vor- und Nachteile die sich aus diesem Verfahren ergeben, sind komplex. Zunächst ist es wichtig die unmittelbaren Folgen zu betrachten. Der fallende Pfundkurs ist nur ein Indiz. Tatsächlich ist der Wert des britischen Pfundes bereits um mehr als 11% gesunken. Dies ist eine direkte Folge der Unsicherheit über die kommende wirtschaftspolitische Ausrichtung Großbritanniens.
Ein zentraler Punkt – die Neuaushandlung bestehender Verträge – wird alle Bereiche betreffen. Großbritannien muss sich an einen neuen Status gewöhnen. Europas Interessen sind nicht von der Hand zu weisen. Die EU wird in Verhandlungen mit harter Hand agieren um ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen zu wahren. Investoren haben Bedenken – wo sie ihr Geld anlegen. In der momentanen Wirtschaftslandschaft ist Großbritannien nun isoliert, ohne die Rückendeckung der EU. Kein internationaler Akteur wird es sich erlauben Priorität auf die Gespräche mit einer kleinen Insel zu legen.
Zusätzlich kommen die Schwierigkeiten bei internationalen Verhandlungen hinzu. Großbritannien wird in Zukunft umso mehr auf sich allein gestellt sein. Das Bild ist klar. Vor den großen Akteuren wie Russland, China oder den USA wird Großbritannien hinten anstehen müssen. Die Hoffnung ähnliche Handelsvorteile wie die Schweiz zu erreichen könnte trügerisch sein. Die Realität zeigt, dass die Schweiz nur deswegen Vorteile genießt, weil sie die EU-Vorgaben vollständig übernommen hat. Ohne Mitspracherecht im Europäischen Rat oder Parlament geht Großbritannien den Weg des geringsten Widerstandes.
Die Folgen des Brexit für Großbritannien sind drastisch. Positiv zu vermerken ist die erlangte Souveränität. Die Möglichkeit ´ die Zuwanderung zu regulieren ` wird von vielen als Vorteil gewertet. Das Wegfallen finanzieller Verpflichtungen gegenüber der EU könnte als Entlastung angesehen werden. Doch die Schattenseiten überwiegen. Ein drohender Wirtschaftsabschwung ist längst im Gespräch. Die Einschränkungen des europäischen Binnenmarktes Arbeitsplatzverluste und sogar ein neues Unabhängigkeitsreferendum in Schottland sind befürchtete Konsequenzen.
Für die EU hingegen scheinen die positiven Aspekte gering zu sein. Der Verlust der zweitgrößten Militärmacht und des drittgrößten Nettozahlers ist ein schwerer Schlag. Auch ein möglicher Dominoeffekt – Ansteckungsgefahr anderer Mitgliedstaaten – könnte nicht ausgeschlossen werden. Das internationale Ansehen der EU könnte so weiter leiden.
Ungeachtet der anstehenden Herausforderungen müssen wir jedoch einen Blick auf die praktischen Aspekte werfen. Zollzahlungen für den Import und Export sind unumgänglich. Eine weiterhin enge Zusammenarbeit in einem neuen Rahmen wird sich als notwendig erweisen. Diese Herausforderung wird Großbritannien zwingen, außenpolitische Handelsverträge wie die Schweiz abzuschließen. Diese neue Ausrichtung birgt sowie Risiken als ebenfalls Chancen.
Schlussendlich ist die Zukunft des Brexit ungewiss. Die Zeit wird zeigen, ob Großbritannien sich als Sieger nach diesen Verhandlungen präsentieren kann. Der Implikationen sind viele. Ein Brexit könnte nicht nur Großbritannien, allerdings auch die gesamte EU in Schwingungen versetzen. Das Bild ist komplex und erfordert umfassendes Verständnis. Rational betrachtet könnte sich wenig ändern allerdings die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen könnten gravierend sein. Großbritannien bleibt jedoch Teil des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), sodass es interessant ist, zu sehen, ebenso wie sich die Dinge ausarbeiten werden.
