Die Vor- und Nachteile eines Nebenjobs für Oberstufenschüler: Eine kritische Auseinandersetzung

Ist es sinnvoll, dass Schüler der Oberstufe einen Nebenjob annehmen?

Uhr

In der heutigen Zeit ist es weit verbreitet – Schüler der Oberstufe sind vermehrt auf der Suche nach zusätzlichen Einkommensquellen. Das Problem des leeren Portemonnaies ist vielen jungen Menschen bekannt. Insbesondere nach dem Blick in die eigene Geldbörse👛 wird oft der Entschluss gefasst: Ein Nebenjob muss her. Doch die Frage bleibt offen: Ist es wirklich sinnvoll für Schüler, sich einen Nebenjob zuzulegen?


Einerseits könnte man sich fragen, ob es weise wäre – Schüler verspüren oft Druck. Schulische Leistungen stehen auf dem Spiel. Der Arbeitsalltag ´ kombiniert mit den Anforderungen der Schule ` kann eine erhebliche Belastung darstellen. So belegen verschiedene Studien diese Sorgen. Eine Untersuchung des Gesundheitsministeriums Mainz aus dem Jahr 2012 zeigt alarmierende Zahlen. Der Anstieg der Psychologenbesuche bei Schülern ´ die einem Nebenjob nachgehen ` ist signifikant gewesen. Ein Beispiel aus Wiesbaden ist Katharina M. Sie schildert ihre Erfahrungen. Sie war überfordert – der Spagat zwischen Schule, Job und dem Wohnen allein war nicht zu stemmen. Ihre Gesundheit litt sichtlich. Burnout-Symptome wurden diagnostiziert. Auch der Besuch bei einem Psychologen wurde zur Realität. Katharinas Fall ist exemplarisch für Risiken die mit einem Nebenjob einhergehen.


Darüber hinaus ist die Schulleistung ein weiteres schlagendes Argument gegen einen Nebenjob. Eine Studie aus Hamburg datierend auf das Jahr 2013 zeigt auf, dass Oberstufenschüler mit Nebenjobs dramatisch schlechtere Leistungen erbringen. Die Zahlen sind erschreckend – innerhalb von zehn Jahren fiel der Leistungsdurchschnitt um bis zu 20%! Alex S. ist ein lebendiges Beispiel. Er musste die zwölfte Klasse wiederholen. Ein straffer Arbeitszeitplan von 16 bis 23 Uhr ließ ihm kaum Raum für Hausaufgaben. Folgerichtig verneigte er sich vor dem Druck und vernachlässigte seine schulischen Aufgaben.


Ein weiteres Problem deutet sich an: der Verlust sozialer Kontakte. Die Forschung der Uni Mainz aus dem Jahr 2013 zu diesem Thema ist alarmierend. Vermehrt isolieren sich Schüler. Treffpunkte werden rar – Zeit für gemeinsame Aktivitäten geht gegen Null. Ein persönliches Beispiel belegt dies. Mein Freund in Mainz hat durch seinen Job im REWE kaum noch Zeit. Unsere Treffen sind fast nicht weiterhin existent. Nur über soziale Netzwerke kommunizieren wir noch – WhatsApp und Facebook dominieren die Zwischenmenschlichkeit.


Auf der anderen Seite gibt es Argumente die zur Verwendung einen Nebenjob sprechen. Ein künftiger Arbeitgeber könnte darauf Wert legen – Erfahrung in der Arbeitswelt ist wichtig. Leider zeigt die Realität: Dass viele diese Jobs oft nicht zu Karrierechancen führen. Die Befürworter solcher Nebenjobs müssen sich eingestehen, dass Abschlüsse entscheidend sind für den beruflichen Aufstieg. Vitamin B ´ ebenfalls bekannt als Beziehungen ` müssen ähnlich wie aufgebaut werden. Diese erworbenen Eigenschaften erhält man aber nicht in einem Aushilfsjob. Die Vorstellung: Dass ein Oberstufenschüler zum Hoteldirektor aufsteigt indem er Teller wäscht, bleibt ein Trugschluss.


Zusammenfassend lässt sich sagen – die Frage bleibt komplex. Die Vor- und Nachteile eines Nebenjobs für Oberstufenschüler sind eindeutig vielfältig. Eindeutige Antworten sind kaum zu finden. Die sich abzeichnenden Geduldproben in der Schule und der schleichende Verlust sozialer Kontakte müssen gegen die Möglichkeit auf extrakurse Einkünfte abgewogen werden. Letztlich sei jedem Schüler angeraten, sorgsam abzuwägen was die beste Entscheidung ist – sowie für sein Seelenheil als auch für seine schulischen Erfolge.







Anzeige