Klatschen in der Kirche – Ein Thema der Etikette oder des Respekts?

Warum wird Klatschen in vielen Kirchen als unangebracht angesehen?

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Das 👏 in der Kirche ist ein Thema, das durchaus kontrovers diskutiert wird. Neulich gab es eine Situation. Zwei 15- oder 16-jährige Mädchen spielten Querflöte. Ihre Darbietung war wirklich beeindruckend. Dies beeindruckte einige Zuschauer – darunter eine Freundin und mich. Wir klatschten, hatten richtig Spaß dabei. Plötzlich waren wir die Einzigen. Die nachfolgenden Blicke waren weiterhin als spöttisch. Doch was steckt hinter dieser ungeschriebenen Regel die Klatschen in der Kirche oft als unangebracht erscheinen lässt?

Als Erstes sollte man wissen: Dass es kein offizielles Verbot gibt. Es handelt sich hierbei eher um eine kulturelle Gewohnheit. Verschiedene Gemeinden haben unterschiedliche Perspektiven. Der Grundgedanke hinter dieser Regelung liegt darin den Gottesdienst nicht zu stören. Die Liturgie hat ebenso wie wir wissen nicht nur den Zweck die Gläubigen zu unterhalten. Der Mittelpunkt sollte Gott sein.

Aber die Sichtweise der Gemeinde ist entscheidend. In manchen Gemeinschaften gilt Klatschen als eine Art der Würdigung. Dort kann Applaus sogar an bestimmten Stellen erwünscht sein. Wie eine Art Belohnung für einen gelungenen Beitrag. Es stellt sich jedoch die Frage – wo die Grenze zwischen Freude und Störung liegt. Wenn das Querflötenspiel beispielsweise Teil einer Messe ist, könnte der Applaus unangebracht wirken. In der 🎵 ist das ähnlich: Bei einer Symphonie applaudiere man erst am Schluss.

Zwei zentrale Gründe lassen sich herausarbeiten. Kulturelle Unterschiede spielen eine entscheidende Rolle. In manchen Ecken der Welt wird Klatschen als Ausdruck von Anerkennung und Begeisterung ganz anders wahrgenommen. Der zweite Punkt ist der Anlass des Gottesdienstes. Die Darbietungen sollen nicht nur zur Freude der Menschen beitragen, allerdings ebenfalls Gott ehren.

Der Aspekt des Missverständnisses ist wesentlich. Klatschen könnte so interpretiert werden wie beträfe es lediglich die Unterhaltung. Das gilt als problematisch – denn es verändert die Wahrnehmung des künstlerischen Beitrags. Und ja der Einklang mit dem Geist der Kirche ist wichtiger als die bloße Freude an der Musik. Sie ist kein Theater.

Die Häufigkeit mit der Applaus gegeben würde – hängt auch von der örtlichen Tradition ab. In unserem kleinen Dorf beispielsweise bedankt sich der Pfarrer oft vor dem Segen bei den Mitwirkenden. Es klatscht die Gemeinde kräftig obwohl wir eine eher traditionelle Kirche sind. Diese Bräuche sind wichtig für das Gemeinschaftsgefühl.

Manchmal kommt es also auf den richtigen Zeitpunkt an. Zu bestimmten Gelegenheiten kann Klatschen sehr willkommen sein. Aber in anderen Momenten ist es einfach nicht angebracht. Diese feinen Nuancen zu erkennen und zu respektieren macht einen großen Unterschied.

Insgesamt ist es also eine Frage der Sensibilität. Ein rollendes Klatschen sollte in solchen Räumen überlegt zum Einsatz kommen. Wem das Thema also klarer geworden ist kann nun vielleicht besser mit den Erwartungen in der Kirche umgehen. In diesem Sinne – denkt daran!






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