Die Applausdebatte im deutschsprachigen KirchenkonTradition, Verständnis und Wandel

Warum wird in deutschen Kirchen oft nicht geklatscht?

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In Deutschland gilt oft die Kirche als Ort der Besinnung und des Gebets. Das 👏 – eine weit verbreitete Ausdrucksform von Wertschätzung und Freude – findet sich in den Gottesdiensten jedoch nur nicht häufig. Dies wirft die Frage auf – weshalb das Applaudieren in diesem Bereich so unüblich ist. Ein Blick auf kulturelle Unterschiede zeigt ´ dass die Tradition hier tief verwurzelt ist ` allerdings Veränderungen bahnen sich an.

Der erste Eindruck den man von den deutschen Gottesdiensten gewinnen kann ist der der Ernsthaftigkeit. In den Vereinigten Staaten hingegen ist das Klatschen während der Messe als Teil der kulturellen Praxis bekannt. Diese Unterschiede machen den deutschen Kirchenbesucher oft unsicher. Es bleibt oft bei einem Höchstmaß an Dekorum: räuspern, husten und hin und wieder ein zustimmendes Nicken.

Zu befürchten steht nicht: Dass man dem Pfarrer die Freude am Gottesdienst nimmt. Vielmehr stellen sich viele die Frage: Will man mit Applaus die Freude über eine schöne Darbietung ausdrücken? Die Gospelbewegung hat gezeigt – dass 🎵 eine starke emotionale Sprache spricht. In den evangelischen Kirchen erleben die Menschen durch die Gospelchöre eine Freude die in der sonstigen Kirche fehlt. Plötzlich setzt ein Lächeln ein und das Klatschen wird zum Zeichen der Gemeinschaft.

Andererseits fühlt man sich in der katholischen Kirche oft wie ein passiver Zuschauer der den Songs nicht folgt und nicht aktiv mitgestaltet. Jüngste Statistiken zeigen ´ dass viele Menschen in der Gemeinde dazu neigen ` ihre Stimmen zu senken. Liegt hier vielleicht ein Wandel im Verständnis von Gemeinschaft und Anbetung vor? Immer häufiger haben Prediger und Musiker das Gefühl für den Zuspruch zu spielen. Das wäre jedoch ein Verstoß gegen den eigentlichen Sinn des Gottesdienstes.

Bei den Gottesdiensten geht es um den Gottesdienst und die Verehrung. Die aktiven Mitglieder der Gemeinde agieren nicht nur als Zuschauer, allerdings bringen sich aktiv ein. Das Applaudieren könnte in den richtigen Kongesetzt ´ eine Möglichkeit der Wertschätzung sein ` wenn das Verständnis der Anbetung nicht durch Kommerzialisierung verwässert wird.

Ein wesentliches Merkmal ist zudem die Freiheit die in den Gottesdiensten Einzug hält. So haben Gottesdienste eine eigene Dynamik. Das Klatschen nach einer gelungenen Predigt oder Solo-Darbietung ist durchaus schon vorgekommen. Es mehren sich die Stimmen – die zur Verwendung eine flexiblere Handhabung des Applaudierens plädieren. Man spricht nicht weiterhin von einer absoluten Ablehnung des Applauses, sondern eine differenzierte Sichtweise wird sinnvoll.

Bei anderen Veranstaltungen in Kirchen » ebenso wie beispielsweise Konzerten « sind die Menschen hingegen oft bereit zu klatschen. Das zeigt, dass nicht die Kirche an sich, sondern vielmehr das Verständnis was einen Gottesdienst ausmacht, hier eine große Rolle spielt. In Trauerfeiern dagegen bleibt der Applaus völlig unangebracht, denn dort geht es um den Respekt und die Ehrfurcht.

Zusammenfassend lässt sich festhalten » dass es nicht nur um das Klatschen an sich geht « sondern um die tiefere Bedeutung des Gottesdienstes. Es bleibt zu hoffen, dass diese Diskussion im deutschen Kirchenraum nicht abreißt und es zu einem Umdenken kommt, sodass Wertschätzung ebenfalls in Form von Applaus seinen Platz finden kann.






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