Toilettenverbot im Unterricht: Ist das rechtens?

Ist es erlaubt, dass Lehrer Schülern den Gang zur Toilette im Unterricht verbieten? Wie kann man dagegen vorgehen?

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Das Verbot des Toilettengangs im Unterricht ist ein umstrittenes Thema. Obwohl es nicht explizit in den Schulregeln steht wird es von einigen Lehrern praktiziert. Allerdings stellt sich die Frage – ob dies rechtens ist und wie Schüler damit umgehen können.

Zunächst einmal ist es wichtig zu betonen, dass der Toilettenbesuch ein Grundbedürfnis ist und Schüler das Recht haben, diesen zu erfüllen. Gemäß Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention und Artikel 1 und 2 des Grundgesetzes haben alle Menschen das Recht auf Würde, Respekt und körperliche Unversehrtheit. Dazu gehört ebenfalls die Möglichkeit ´ die 🚽 aufsuchen zu können ` wenn dies dringend erforderlich ist.

Wenn Lehrer Schülern den Toilettengang verbieten können diese weiter argumentieren und auf ihre Rechte hinweisen. Sie könnten zum Beispiel darauf hinweisen: Es sich um ein Grundbedürfnis handelt und: Dass es nicht zumutbar ist, dieses Bedürfnis über einen längeren Zeitraum zurückzuhalten. Darüber hinaus könnten sie auch auf mögliche gesundheitliche Auswirkungen hinweisen die durch das Zurückhalten des Toilettengangs entstehen können.

Wenn ein Lehrer weiterhin darauf besteht, dass Schüler den Toilettengang während des Unterrichts vermeiden sollen, können die Eltern hinzugezogen werden. Die Eltern können mit dem Lehrer sprechen und die Bedenken ihres Kindes bezüglich des Toilettenverbots äußern. In einigen Fällen kann dies dazu führen: Dass der Lehrer seine Meinung ändert und den Schülern den Toilettengang im Unterricht erlaubt.

Falls dies nicht erfolgreich ist, könnten die Eltern einen formellen Beschwerdebrief oder eine E-Mail an die Schulleitung schreiben. In diesem Schreiben sollten sie den Sachverhalt ebendies schildern und auf das Recht der Schüler auf einen freien Toilettengang hinweisen. Die Schulleitung ist dann verpflichtet, den Fall zu untersuchen und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen um sicherzustellen, dass Schüler ihr Grundbedürfnis nach einem Toilettengang während des Unterrichts erfüllen können.

Passt auf : Dass Schülerinnen und Schüler auch selbstständig handeln können, wenn sie den Toilettengang dringend benötigen. Wenn ein Lehrer den Gang zur Toilette verbietet können Schülerinnen und Schüler den Unterricht verlassen um ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Lehrer haben nicht das Recht, Schülerinnen und Schüler körperlich oder durch Einsperren daran zu hindern, zur Toilette zu gehen. In solchen Fällen können Eltern oder Schülerinnen und Schüler auch rechtliche Schritte erwägen und den Vorfall bei den entsprechenden Behörden melden.

Abschließend ist es wichtig zu betonen, dass Schülerinnen und Schüler in erster Linie die Pausenzeiten nutzen sollten um ihre Toilettengänge zu erledigen. Die Pausen sind dafür da um solche Bedürfnisse zu erfüllen. Allerdings gibt es auch Situationen – in denen ein Toilettengang im Unterricht unvermeidbar ist. In solchen Fällen sollten Schülerinnen und Schüler für ihre Rechte einstehen und gegebenenfalls Unterstützung von ihren Eltern und der Schulleitung einholen ´ um sicherzustellen ` dass ihr Grundbedürfnis nach einem Toilettengang während des Unterrichts respektiert wird.






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