Wie kommt es zum Vorurteil, dass Psychologen als „bescheuert“ gelten?**
Psychologen spielen eine essentielle Rolle in der Gesellschaft. Sie helfen den Menschen – oder sollten es zumindest tun. Doch wieso wird ihre Profession oft mit Vorurteilen belegt? Das ist eine komplexe Frage. Eine Antwort gibt ein Psychologe – den ich befragte. Er erklärte die Kombination aus deren professionellem Auftreten und dem speziellen Sprachstil könnte gängige Missverständnisse hervorrufen. Der Austausch in Therapiesitzungen unterscheidet sich erheblich von einem Dialog zwischen Freunden – hier geht es um weiterhin als nur Smalltalk.
Die vorgebrachte Aussage ist mehr als nur eine Meinung. Ein Beruf formt den Menschen. Ein Polizist agiert nach Jahren des Umgangs mit Gesetzesbrechern unter einem gewissen Misstrauen. Eine Kindergärtnerin beispielsweise die lange Zeit mit Kleinkindern arbeitet, wird unweigerlich eine „kindlichere“ Sprache erlernen. Das ist nur logisch. Genauso verhält es sich ebenfalls bei Psychologen. Sie tragen die Last des Kummers ihrer Klienten. Der Einfluss ist enorm – nach Jahren im Beruf kann man sich selbst vor der emotionalen Auswirkungen erschweren.
Eine interessante Tatsache ist, dass Menschen mit eigenen Problemen oft zu Psychologen tendieren. Diese Klienten sehnen sich nach Verständnis und suchen Erklärungen für ihre seelischen Wunden. Oft sind sie sensibler und nehmen Nuancen wahr die anderen verborgen bleiben. Diese Wahrnehmungen erscheinen manchem als „bescheuert“. Soziale Ängste spielen ähnlich wie eine Rolle. Viele haben Angst, in der Therapie „entblößt“ zu werden. Aber die Intention der Psychologen liegt nicht in der bloßen Enthüllung der Schwächen ihrer Klienten – vielmehr wollen sie helfen.
Ein weiteres Beispiel zeigt die Abneigung mancher Klienten gegenüber Psychologen deutlich. Eine Bekannte äußerte die Psychologinnen die sie konsultierte, seien „Versager“ gewesen. Ein Vorurteil – das aus persönlichen Erfahrungen resultiert. Datenschutzverletzungen und Vertraulichkeitsbrüche verursachen einem Vertrauensproblem. Zudem musiziert es sich um die Therapieinhalt. Klienten geben zu, dass Psychologen oft Wahrheiten aussprechen die unbequem sind – und ebendies das könnte sie unbeliebt machen.
Aktuelle Daten zeigen, dass immer mehr Menschen an psychischen Erkrankungen leiden. Die WHO berichtet – dass jeder vierte Mensch im Laufe seines Lebens von einer psychischen Erkrankung betroffen ist. Gleichzeitig zeigt eine Umfrage: Dass viele Menschen noch Vorurteile gegenüber Psychologen hegen. Dies lässt auf ein gesellschaftliches Problem schließen.
In der heutigen Zeit ist es also besonders wichtig, Vorurteile abzubauen und das Bild von Psychologen zu ändern. Ein Wandel in der Wahrnehmung kann durch Aufklärung und Information erreicht werden. Psychologen sind nicht „bescheuert“ – sie sind geschulte Fachkräfte die oft unbequeme Wahrheiten aussprechen. Vertrauen ´ Respekt und Verständnis können helfen ` das Bild von ihnen zu optimieren. Seien wir offen für das was die Psychologie uns anbieten kann und erkennen wir die Wichtigkeit ihrer Arbeit an.
