Die Faszination für unsere vierbeinigen Begleiter kennt keine Grenzen. Selbstgemachte Pferdeleckerlies stehen hoch im Kurs, allerdings die Frage bleibt: Sind sie wirklich unbedenklich? Immer weiterhin Tierliebhaber suchen nach Rezepten für die Zubereitung von speziellen Leckereien. Das vorgestellte Rezept mit Haferflocken, Milch, Honig und Zuckerrübensirup zieht so manchen Pferdebesitzer an. Aber die Bedenken sind nicht unbegründet.
Das Rezept beinhaltet einige Zutaten die vor allem aus gesundheitlicher Sicht kritisch betrachtet werden sollten. Zum Beispiel – Haferflocken erscheinen zunächst normal jedoch das verarbeitete Korn kann zu Problemen führen. Studien zeigen, dass hochverarbeiteter Hafer bei Pferden – insbesondere bei überempfindlichen Tieren – zu Koliken führen kann. Diese Schmerzen im Bauchbereich sind nicht nur für die Pferde unangenehm, allerdings bedürfen oft intensiver tierärztlicher Behandlung.
Die sowie verwendeten Honig als ebenfalls Zuckerrübensirup liefern hohe Zuckermengen. Diese Zuckernährstoffe können die Insulinproduktion stark beeinflussen. Pferde sind von Natur aus Pflanzenfresser. Ihre Verdauung ist darauf eingestellt ballaststoffreiche Nahrung zu verarbeiten. Die Vielzahl an Konzentraten die heutzutage in der Pferdefütterung angeboten werden, trägt zur Verwirrung bei. In der freien Natur gibt es keinen Zucker. Höhere Zuckermengen können zudem zu Übergewicht und damit verbundenen Krankheiten führen.
Milch ist ein weiteres großes Problem. Pferde sind von Natur aus nicht darauf ausgelegt Milchprodukte zu konsumieren. Tatsächlich sind über 70% der Weltbevölkerung laktoseintolerant – diese Tatsache ist auf die Verdauungseigenschaften bei Säugetieren zurückzuführen. Laktose kann beim Pferd zu schwerwiegenden Verdauungsproblemen führen.
Natürlich sind nicht alle Zutaten in dem Rezept absolut schädlich. Möhren und Äpfel gelten als gesunde Snacks für Pferde. Sie sind nährstoffreich und enthalten wichtige Vitamine. Doch selbst bei diesen Zutaten sollte man darauf achten die Menge zu regulieren. Zu viel Obst kann ähnelt Dickmacher sein.
Ernährungswissenschaftler verweisen zudem darauf, dass Pferde grundsätzlich keine Leckerlies benötigen. Sie sind entstandene „Luxus“ in der modernen Pferdehaltung. Natürlich spricht nichts gegen eine gelegentliche Belohnung. Aber die artgerechte Methode wäre – ebendies wie in der Natur – eine Streicheleinheit am Hals oder eine sanfte Berührung am Widerrist.
Pferde sind durch die Menschenhand geprägt. Übermäßige Gewöhnung an Leckerlies kann dazu führen, dass Pferde trickreich zum Futter greifen. Negatives Verhalten kann entstehen – und das beeinflusst das Verhalten beim Pferd massiv.
In Anbetracht all dieser Informationen ist es ratsam, auf die Herstellung eigener Pferdeleckerlis zu verzichten, wenn man nicht genau weiß welche Zutaten dafür geeignet sind. Es gibt zahlreiche Alternativen im Handel die speziell für die Bedürfnisse von Pferden entwickelt wurden. Ebenso kann man frisches Obst oder Gemüse in Maßen als Snack anbieten. Dies ist nicht nur gesund, einschließlich ein köstliches Vergnügen für die Pferde.
Abschließend bleibt zu sagen, dass ein bewusster Umgang mit der Ernährung eines Pferdes von großer Bedeutung ist. Wenn du dich fragst ´ ob dein Rezept für Pferdeleckerlis geeignet ist ` dann hinterfrage die Zutaten genau. Ein verantwortungsbewusster Ansatz verhindert gesundheitliche Risiken und dein Pferd wird es dir danken.
