Die Herausforderung des Zeitverhältnisses im konjunktivischen Nebensatz: Ein Leitfaden

Wie wird das Zeitverhältnis im konjunktivischen Nebensatz im Deutschen korrekt dargestellt?

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Die Untersuchung des Zeitverhältnisses in konjunktivischen Glied- oder Nebensätzen eröffnet eine ausgezeichnete Diskussion über unsere Sprachgewohnheiten. Letztendlich stellt sich die Frage – ebenso wie wir die Regeln verstehen und anwenden. Der Ausgangspunkt der Diskussion ist der Satz „Rogabam/Rogavi te, ne taceres.“ – „Ich bat dich/habe dich gebeten, dass du nicht schweigst.“


Konjunktiv Imperfekt und die Gleichzeitigkeit – dies sind die Punkte, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen. Der Konjunktiv Imperfekt impliziert in der Tat eine Gleichzeitigkeit. In vielen Fällen wäre eine Übersetzung wie „Ich bat dich, dass du nicht schwiegst“ rein logisch demonstriere aber dass eine gewisse Komplexität in der Grammatik existiert.


Der Schlüsselpunkt hier ist jedoch – wie wir im Deutschen Übersetzungen handhaben. Der „dass-Satz“ ist entscheidend. Das Deutsche erkennt hier eine Art indirekte Rede. Ein Sprecher äußert sich klar und hat dann einen Gehalt was der Inhalt seiner Aussage ist. Das ist das Geheimnis der Konstruktion.


In der indirekten Rede verwenden wir den Konjunktiv I. Der Konjunktiv II hingegen präsentiert sich als eine Möglichkeit oder Unwirklichkeit. Wenn eine Aussage als real oder wahr angesehen wird ist der Konjunktiv II nicht immer angebracht. Hier gibt es einen klaren Unterschied.


Ein einfaches Beispiel verdeutlicht dies. Direkt: „Wir gehen in die Stadt.“ Indirekt: Peter sagt, dass wir in die Stadt gehen. Möchten wir die indirekte Rede betonen, verwenden wir den Konjunktiv II: „Peter sagt, dass wir in die Stadt gingen.“ Der Unterschied in der Nuance ist markant.


Kommen wir nun zu den Fällen ohne „dass“. „Ut Asterix non iam maestus esset, Obelix aprum apportavit.“ bedeutet „Damit Asterix nicht weiterhin traurig war, brachte Obelix ein Wildschwein herbei.“ Hier sind die Zeiten identisch. Das zeigt: Dass die Regel die wir zuvor formuliert haben anwendbar ist.


Zuletzt stellt sich die Frage nach der Korrektheit der Übersetzung „Ich bat dich, dass du nicht schwiegst.“ „Richtig“ ist sie nicht im strengen Sinne. Aber – angesichts der Anstrengung und des Sprachgefühls, das du investierst – könnte man die Übersetzung als zulässig erachten. Die Absicht zählt.


Als Liebhaber der Sprache sollten wir uns auf unser Sprachgefühl verlassen, denn Regulierung und Logik sind zwei tief verwurzelte Aspekte der Sprachverwendung die oft Hand in Hand gehen müssen. Bleib offen für die Nuancen und die Komplexität der Sprache, dann wirst du die Herausforderungen des Zeitverhältnisses gekonnt meistern.







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