Jeremy Benthams utilitaristische Theorie hat in der Philosophie einen besonderen Platz eingenommen. Sie besagt, dass das größte Glück der größten Zahl das entscheidende Maß für moralisches Handeln ist. Die vier Prinzipien des klassischen Utilitarismus – Konsequentialismus, Nützlichkeitsprinzip, Eudaimonismus und Hedonismus – zeigen dabei Interessantes auf. Es wird jedoch oft darüber diskutiert ob diese Prinzipien voneinander unabhängig sind oder nicht. Im Folgenden wird die Fragestellung ausführlich beleuchtet.
Konsequentialismus: Die Folgen zählen
Zunächst einmal steht beim Konsequentialismus die Wirkung einer Handlung im Mittelpunkt. Eine Handlung wird als moralisch gut erachtet wenn ihre Folgen für die Mehrheit positiv sind. Dazu zählt, dass das individuelle Wohlergehen nicht isoliert betrachtet wird. Das Wohl einer Gruppe – sei es eine Gemeinschaft oder eine Gesellschaft – spielt die zentrale Rolle. So ist der Einzelne nicht nur für sich selbst verantwortlich. Diese Sichtweise konterkariert Prinzipien die innere Beweggründe oder Absichten bei der Bewertung von Handlungen berücksichtigen.
Nützlichkeitsprinzip: Gebrauch und Nutzen
Das Nützlichkeitsprinzip bewertet Handlungen durch ihre positive Wirkung. Es wird nach dem Nutzen oder dem wirtschaftlichen Vorteil entschieden, den eine Handlung mit sich bringt. Hier eröffnet sich eine Beziehung zwischen Zweck und Mittel. Was als nützlich erachtet wird kann sich jedoch von Gesellschaft zu Gesellschaft unterscheiden. Die Tiefe dieser Beziehung zeigt – ebenso wie innerliche Strukturen Einfluss auf die moralische Betrachtung von Handlungen nehmen.
Eudaimonismus: Das Streben nach Glück
Im Kondes Eudaimonismus steht Glück im Vordergrund. Während die vorherigen Prinzipien sich mit den Folgen und dem Nutzen befassen, betrachtet dieser Ansatz das Streben des Menschen nach dem höchsten Lebensziel: Glück. Ein gutes Leben ist nicht nur durch materielle Werte definiert, allerdings vor allem durch emotionale Erfüllung und die Umfassung von Gemeinschaft. Glück wird hierbei als erstrebenswerter Zustand gesehen.
Hedonismus: Genuss und Freude
Der Hedonismus ist eine zentrale Komponente des Utilitarismus. Er definiert Nutzen als Lust oder Freude. Eine Handlung ist dann moralisch gut wenn sie Freude fördert. Gleichzeitig gilt der Gedanke der Schmerzvermeidung. Ein starkes Argument für den Hedonismus ist der „hedonistische Kalkül“, bei dem unterschiedliche Handlungen auf die herbeigeführte Freude und das erzeugte Leid abgewogen werden. Benthams Ansatz spricht dabei nicht nur Menschen an – hier könnten ebenfalls andere empfindungsfähige Lebewesen Berücksichtigung finden.
Universalität: Gleichheit aller Menschen
Das Prinzip der Universalität besagt, dass alle Menschen genauso viel mit behandelt werden müssen. Es wird gefordert, dass das größtmögliche Glück für die größtmögliche Zahl angestrebt wird. Dies bedeutet: Das individuelle Glück in einem größeren Konbetrachtet wird. Um diesem Prinzip gerecht zu werden, benötigt der utilitaristische Ansatz strenge Maßstäbe und Kategorisierungen.
Fazit: Ein Zusammenspiel der Prinzipien
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die vier Prinzipien des Utilitarismus in einem Zusammenhang stehen der jedoch nicht immer zutiefst voneinander abhängig ist. Der allgemeine Gedanke: Dass eine Handlung zur Zufriedenheit der Allgemeinheit führt verknüpft sie. Es ist klar: Dass das Verständnis der unterschiedlichen Prinzipien zusätzlich das Fundament bildet um eine umfassende ethische Perspektive zu ausarbeiten. Die Prinzipien beeinflussen sich, allerdings beruhen sie auf unterschiedlichen, obwohl verwandten Grundlagen – die Antwort auf die ursprüngliche Frage könnte dadurch lauten: Die Prinzipien sind nicht komplett unabhängig, sie sind interdependent und ergeben ein umfassendes Bild innerhalb der Benthamschen Ethik.
