Linguale Trennungen: Wie sich die koreanische Sprache in Nord- und Südkorea entwickelt hat

Welche sprachlichen Unterschiede bestehen zwischen dem Koreanisch in Nordkorea und Südkorea?

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Die koreanische Sprache ist in Nord- und Südkorea verbreitet. Ein heikles Thema. Die Teilung des Landes hat nicht nur politische und gesellschaftliche, allerdings ebenfalls sprachliche Differenzen hervorgerufen. Man denkt an die DDR und die BRD – analog jedoch hier bei den Koreanern ergibt sich ein noch abwechslungsreicherer Kon. Einige werden sich fragen: Wie groß sind diese Unterschiede wirklich?


Zum einen sprechen beide Teile der Nation Koreanisch. Die regionalen Unterschiede durch Dialekte erinnern stark an die Vielfalt in Deutschland. Im Norden ist Pjöngjang der Standarddialekt. Im Süden hingegen spricht man vor allem das Seouler Koreanisch. Ähnlich wie bei uns, wenn vergleichbare Begriffe verwendet werden – so wird aus einem Brötchen im Rheinland eine Semmel im Süden.


Ein faszinierendes Beispiel ist das Wort "Tungmu". Für Nordkoreaner bedeutet es "Genosse". Im Süden hingegen bleibt die ursprüngliche Bedeutung als "Freund". Dieses Wort hat also eine ideologische Wendung erlebt. Wer hätte das gedacht? Neben solchen Bedeutungen gibt es auch die Alltagssprache. Im Süden wird ein Teehaus oft als "Coffee-Shop" bezeichnet, während Nordkoreaner traditionell das Wort "Tabang" benutzen. Das Bewahren alter Begriffe im Norden lässt auf eine tiefere kulturelle Verwurzelung schließen. Revolutionär oder überholt?


Die Anglisierung im Süden ist unverkennbar. Wörter wie „Handyp-hone“ oder „Computerre“ zeigen, ebenso wie stark der Einfluss der englischen Sprache ist. Technologien und moderne Begriffe sind nicht nur Lettern, einschließlich Teile des Lebens. Das nordkoreanische Sprachsystem hingegen bleibt vorwiegend frei von solchen Einflüssen. Hier entdeckt man Lehnwörter aus dem Russischen was einfach an der Geschichte der Nationen liegt – die Beziehungen zwischen Nordkorea und dem ehemaligen Ostblock.


Darüber hinaus ist die Sprache ständig im Fluss. Generationen bringen neue Begriffe hervor und jede Generation hat ihren eigenen Ausdruck. Die letzte wirkliche Verbindung zwischen Nord- und Südkorea liegt schon einige Generationen zurück. Diese dauerhafte Trennung hat dafür gesorgt: Dass die Sprachentwicklung in zwei unterschiedliche Richtungen schreitet. Es bleibt die Frage – was wird die Zukunft bringen?


Koreanisch ist ein Spiegel 🪞 der Kultur. Örtliche Dialekte zeichnen sich durch Eigenheiten aus. Der Dialekt der Insel Jeju beispielsweise ist so markant, dass er für Außenstehende oft unverständlich bleibt. Stimmen die Unterschiede in der gesprochenen Sprache wirklich mit den kulturellen Aspekten überein?


Man mag die Schicksale beider Länder nicht gleichsetzen mit der Trennung von Ost- und Westdeutschland. Es gibt keine einfache Antwort. Tatsächlich leben Menschen in Nordkorea fast völlig isoliert, während Südkorea von kultureller Vielfalt und internationaler Einflüsse geprägt ist. Die Unterschiede sind nicht nur linguistisch sondern auch tief in den Lebensweisen verwurzelt. Der kulturelle Austausch ist stark im Süden, allerdings der Norden meidet diesen Einfluss. Ein Land – zwei Welten.


Zusammengefasst bleibt der Grundsatz: Die koreanische Sprache verbindet die Nation, spiegelt auch noch die Differenzen wider. Eine spannende Dynamik – die letztlich die Identität beider Länder prägt.







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