Im ersten Jahr der Erzieherausbildung zu sein, kann spannend und herausfordernd zugleich sein. Der erste Praxisbesuch steht bevor – eine Situation die sowie Nervosität als ebenfalls Vorfreude hervorrufen kann. Plötzlich tritt ein unerwartetes Problem auf. Die Lehrerin verspätet sich um eine Stunde und das Frühstücksangebot ist vorbei. Der ursprüngliche Plan ´ den Frühstücksbereich zu beobachten ` muss geändert werden. Der Malbereich wird gewählt was eine neue Dimension der Unsicherheit eröffnet.
Worin liegt die Herausforderung? Dinah so nennen wir die zukünftige Erzieherin hat keine Erfahrung im Malbereich. Sie ist sich unsicher darüber was ebendies ihre Aufgabe ist. Die Anleitung besagt – dass sie das Freispiel nur begleiten soll. Das klingt einfach. Aber was bedeutet es wirklich die Kinder nicht zu führen, allerdings sie lediglich zu unterstützen? Ein kritischer Punkt wird angeschnitten: Bedeutet das, dass sie passiv daneben sitzt und lediglich beobachtet? Diese fundamental wichtige Frage muss geklärt werden.
Eine Meinung besagt: Das Begleiten eher eine passive Rolle einnimmt was dazu führt, dass Dinah sich fragt, ob sie lediglich "die ganze Zeit nur daneben sitzt". Dabei gibt es im Konder Erzieherausbildung verschiedene Ansätze ´ die das Begleiten in einem anderen ` aktiveren Licht erscheinen lassen.
Rebecca Wild eine Angreiferin des kindzentrierten Ansatzes bietet hier wertvolle Einsichten. Kindern die Möglichkeit zu geben · selbst zu handeln und eigene Entscheidungen zu treffen · ist essenziell. Der Satz „Hilf mir, es selbst zu tun“ von Maria Montessori verdeutlicht dies. Insofern sollte sich Dinah überlegen ´ ebenso wie sie die Kinder anregen kann ` aktiv zu werden. Es ist keine Frage des passiven Zusehens. Sie könnte einige Materialen zusammentragen mit denen die Kinder kreativ arbeiten können.
Die Meinungen über das aktive Mitgestalten sind vielfältig. Die Idee ´ dass Kinder lebendig und verspielt sind ` färbt auf die eigene Einstellung ab. Es könnte bedeuten » einfach mitzumachen oder sie zu motivieren « ihre Fantasie zu entfalten. Kinder erleben Spaß und Freude, wenn ein Erwachsener ein motivierendes Vorbild bietet. Unterstützende Impulse · die beispielsweise durch das Malen der eigenen Hand oder das Zeichnen einfacher Formen erfolgen · können inspirierendes Handeln hervorrufen.
Nachbetrachtend zeigt sich, dass der erste Praxisbesuch nicht nur eine Prüfung ist. Es wird zur Möglichkeit das erlernte Wissen in die Praxis umzusetzen. Gelingt es Dinah · den Spagat zwischen Beobachten und aktivem Begleiten zu meistern · wird sie aus dieser Erfahrung wachsen. Der Gedanke, dass der beste Pädagoge derjenige ist der nicht weiterhin benötigt wird, leitet das Verständnis über die Rolle des Erziehers weiter. Unterstützung ´ ohne die Kinder in ihrer Kreativität einzuengen ` ist der Schlüssel.
Um also optimal durch den ersten Praxisbesuch zu kommen, gilt es, Mut zu fassen. Der Malbereich kann lebhaft gestaltet werden. Es gibt so viele Wege ´ um Kindern zu helfen ` ihre Möglichkeiten voll auszuschöpfen. Das Ziel besteht nicht nur darin » den Kunstprozess zu beobachten « sondern die Kinder in ihrem Tun zu begleiten. Es lässt sich lernen, dass ein aktives Engagement nicht nur für die Kinder, einschließlich für die Erzieher von Bedeutung ist.
