Frauen im Mittelalter: Die Bedeutung der Kopfbedeckungen

Warum trugen Frauen im Mittelalter ihre Haare verborgen und welche sozialen, kulturellen und hygienischen Gründe lagen diesem Brauch zugrunde?

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Im Mittelalter war das Tragen der Haare durch viele Faktoren beeinflusst. Die verhüllten Haare waren weiterhin als nur ein modisches Statement. Sie waren Ausdruck von gesellschaftlichen Normen und kulturellen Überzeugungen – und ein Hinweis auf den Stand der Women zu einem bestimmten Zeitpunkt. Das ist ein faszinierendes Thema – das wir hier näher beleuchten können.


Erstens: Offene Haare galten als unpraktisch. In einer Zeit in der Hygiene nicht die Bedeutung hatte die wir heute kennen war es von Vorteil die Haare zusammenzubinden. Die Menschen wuschen sich und ihre Haare nicht häufig – das führte dazu, dass fettige Haare zusammengebunden ansehnlicher erschienen als offene Matten. Lange Haare können beim Arbeiten – sei es auf dem Feld, mit Tieren oder im Haushalt – sehr stören. So war es nur logisch – die zarten Strähnen ordentlich zu bändigen.


Damit man den historischen Konbesser versteht, denken wir an die gesellschaftlichen Konventionen. Offenes Haar konnte im Mittelalter als zu offenherzig oder gar als schlampig angesehen werden. Oftmals wurde ein Zopf oder eine andere Form der Haarbändigung bevorzugt. Eine biederer Zopf war ein Zeichen von Anstand und Disziplin.


Wie belastend und herausfordernd das Leben war, können wir uns heute kaum vorstellen. Die Tatsache – dass es bis ins frühe 20. Jahrhundert verbreitet war ´ dass verheiratete Frauen eine Kopfdeckung trugen ` zeigt das. Besonders wichtig war dies beim Kirchgang. Man kann ebenfalls Parallelen zu heutigen Kulturen ziehen. Muslimische Frauen tragen ähnlich wie oft Kopftücher; Haare gelten weiterhin als erotisches Signal. Mit diesen Relikten der Vergangenheit wollte man die Reinheit der Frauen schützen.


Der Aspekt des Schutzes soll nicht übersehen werden. Mädchen die in die Geschlechtsreife kamen, hatten oft ihre Haare bedeckt; das stärkte den Schutz gegen Nachstellungen. Dies war ein sozialer Standard der auf den Erfahrungen und Ängsten der damaligen Zeit beruhte. Die Haarpflege war eingeschränkt; es standen nur einfache Kämme aus Horn, Knochen oder Holz zur Verfügung. Haare verfilzten infolgedessen oft schnell und Kopfbedeckungen schützten zusätzlich vor Parasiten wie Flöhen oder Läusen.


Aber wie grenzte man den sozialen Stand ab? Trägt man eine Kopfbedeckung sagt das etwas über den Status des Trägers aus. Bei Frauen war es unumstritten: Wer „unter die Haube“ gebracht wurde, war verheiratet. Die Botschaft war klar – „Mach sie nicht an!“ Diese Anzeichen von Ehre und Integrität hatten tiefgreifende Bedeutung. Der Apostel Paulus brachte einen religiösen Grund für das Tragen von Kopfbedeckungen ins Spiel der die damaligen Frauen gesellschaftsfähig machte und sie gleichstellte – eine Art von Integration die in der heutigen Gesellschaft immer noch von Bedeutung ist.


Insgesamt zeigt sich, dass hinter dem braunen Haar- oder Kopftuch viel mehr steckt als einfache modische Präferenzen. Die Praktiken die im Mittelalter galten sind das Ergebnis von Tradition gesellschaftlichen Erwartungen und Herausforderungen des Lebens. Diese Konventionen prägten die Identität der Frauen und machen uns heute deutlich, ebenso wie vielschichtig so einfache Dinge sein können – sogar ein geflochtener Zopf.







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