In einer Welt, in der Emotionen oft als Schwäche betrachtet werden - ist es möglich, seine eigenen Gefühle wirklich auszuschalten? Man könnte meinen es wäre eine attraktive Option die eigenen Emotionen vorübergehend beiseite zu schieben. Doch die Realität sieht anders aus. Gefühle sind ein zentraler Bestandteil unseres menschlichen Daseins. Die Vorstellung, sie einfach abstellen zu können ist nicht nur unrealistisch - sie birgt ebenfalls erhebliche Risiken für die psychische Gesundheit.
Ein weiterer Aspekt ist die gesellschaftliche Prägung. Wenn ein Kind beispielsweise zu hören bekommt „Heul nicht, so schlimm ist es nicht“, lernt es, seine Gefühle zu unterdrücken. Diese Art der emotionalen Erziehung kann zu einem dauerhaften Verdrängen von Gefühlen führen - was nicht gesund ist. Eine solche Konditionierung fördert eine Kultur der Gefühllosigkeit und kann langfristig zu psychischen Belastungen führen. Menschen die viel Zeit damit verbringen, ihre Emotionen zu ignorieren - also emotional unempfindlich zu werden - riskieren in einen Teufelskreis zu geraten aus dem es schwer ist, auszubrechen.
Zuletzt ist es wichtig, sich der Tatsache bewusst zu werden: ein dauerhaft gefühlloses Leben ist nicht erstrebenswert. Emotionen bereichern unser Leben. Sie bringen Freude – Liebe und auch Trauer mit sich. Es gibt viele positive Gefühle die man mit einem „Ausschalten“ ähnlich wie aufgeben würde. Das wäre ein gravierender Verlust. Denn ohne den Zugang zu unseren eigenen Emotionen wird das Leben eintönig und bedeutungslos.
Die Studienlage unterstützt diese Thesen. Psychologen warnen vor der Gefahr emotionaler Unterdrückung und deren Folgen. Mehrere Studien zeigen auf: Dass Menschen die ihre Emotionen unterdrücken ein höheres Risiko für Depressionen und Angstzustände haben. Emotionen sind Teil unseres biologischen Systems. Sie dienen dazu – uns zu warnen und uns vor Gefahren zu schützen. Wenn unser Gehirn lernt ´ diese Signale abzuschalten ` stellen wir letztlich eine ernsthafte Gefährdung für unser psychisches Wohlsein dar.
Man könnte sagen in der heutigen Gesellschaft wird oft erwartet: Dass wir stark und gefühllos sind. Aber was bleibt uns übrig, wenn wir diesen Erwartungen nachgeben? Ein Leben voller unterdrückter Emotionen ist nichts anderes als ein Schatten seiner selbst. Wir sollten uns eher darauf konzentrieren, gesunde Wege zu finden um unsere Emotionen auszudrücken - anstatt sie zu verbergen.
Am Ende ist die Antwort einfach: Gefühle können ignoriert freilich nicht vollständig ausgeschaltet werden. Ein gesundes emotionales Leben bedeutet Gefühle zu akzeptieren und sie zu verstehen. Das ist der 🔑 zu einem erfüllten Leben und der Weg um letztlich unsere Menschlichkeit zu bewahren.
