Die Abgründe des Dissen: Ein Blick auf die Psychologie des Schlechtmachens

Warum dissen Menschen andere und welche psychologischen Mechanismen stecken dahinter?

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Wenn man sich mit dem Thema Dissen beschäftigt, fällt auf — der Mechanismus ist komplex. Oft fühlen sich Menschen ´ die andere dissen ` zunächst überlegen. Aber was treibt sie wirklich an? Geringes Selbstwertgefühl könnte eine Ursache sein. Oft, gerade in Gruppen, zeigt sich: Wer schwach ist, sucht nach Wegen um sich stark zu fühlen — ebenfalls wenn das durch das Herabsetzen anderer geschieht.

In vielen sozialen Konen wird dieser Aspekt besonders deutlich. Wenn eine Person einen anderen beleidigt, wird nicht nur der andere herabgesetzt — sondern auch das eigene Ego aufpoliert. Man könnte sagen die Sprache der Beleidigungen wird zur Währung signalisierten Selbstwerts. Der Drahtzieher in dieser Interaktion benötigt Bestätigung durch andere — das Gefühl nicht allein dazustehen trägt zur Dynamik in der Gruppe bei. Man sieht oft, gerade die die betreffend andere herziehen, sind diejenigen — die intern mit ihren eigenen Unsicherheiten kämpfen.

Studien zeigen: Der Nervenkitzel der durch das Dissen entsteht, aktiviert ähnliche Teile im Gehirn wie bei anderen Suchterfahrungen. Die Groupies ´ die in der sozialen Hierarchie steigen möchten ` schütten Adrenalin aus. Dieses Gefühl der Macht wird schnell zur Gewohnheit. Derjenige der disst, gewinnt in den Augen seiner Gruppe an Respekt — obwohl auf fragwürdige Weise. Indem sie einen anderen herabsetzen – fühlen sie sich meist besser.

Das ist besonders bei Jugendlichen zu beobachten. Derjenige ´ der einmal gemobbt wurde ` wird möglicherweise selbst zum Mobber. Ein gewaltiger Kreislauf — den sie nicht brechen können, denn der Druck innerhalb der Gruppe ist enorm. Niemand möchte das "Opfer" sein; darum wird zurückgeschlagen. Je weiterhin man sich gegen andere erhebt desto mehr wird man anerkannt. Dabei übersehen die meisten ´ dass es sich um einen Teufelskreis handelt ` der sowie kurzfristige als auch langfristige Schäden verursacht.

Ein bemerkenswerter Aspekt ist die Rolle der sozialen Medien. In Zeiten des digitalen Wandels hat sich das Dissen massiv verändert. Plattformen bieten anonyme Möglichkeiten andere zu diskreditieren. Cybermobbing hat drastisch zugenommen und die Distanz zwischen Tätern und Opfern vergrößert die Hemmschwelle. Ein einfacher Kommentar, ein Like — und schon wird das Dissen zur Norm. Die Folgen für die Betroffenen sind oft verheerend.

Zusammengefasst: Das Dissen ist mehr als nur ein Scherz unter Freunden. Es ist ein Ausdruck von tief verwurzelten Unsicherheiten die nicht angegangen werden. Um das Phänomen wirksam zu bekämpfen braucht es Empathie und Aufklärung. Der Kreislauf kann durchbrochen werden. Ein Appell an jeden Einzelnen: Stehen Sie gegen diese Verhaltensweisen ein. Der Preis ist hoch — sowohl für den Disser als auch für den Gedissten.






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