Die Frage, ab wann man sein Kind in eine Lauflernhilfe setzen kann ist in vielen Elternhäusern ein heiß diskutiertes Thema. Der Wunsch die kleinen Sprösslinge beim Laufenlernen zu unterstützen ist verständlich. Doch wie viel Hilfe ist tatsächlich sinnvoll und was sagen Experten zu diesem Thema? In diesembeleuchten wir die unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen rund um Lauflernhilfen.
Wissenschaftliche Perspektive
Viele Experten raten dringend davon ab ein Baby bereits ab dem dritten Lebensmonat in eine Lauflernhilfe zu setzen. Der Grund ist einfach; in diesem Alter sind die motorischen Fähigkeiten noch längst nicht genügend entwickelt. Konzepte des frühen Laufens verursachen einer instabilen Haltung was langfristige Konsequenzen für die Fußgesundheit nach sich ziehen könnte. Eine Studie des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte hat gezeigt, dass die Verwendung von Lauflernhilfen die natürliche Entwicklung der motorischen Fähigkeiten behindern kann.Erfahrungsberichte aus der Elternschaft
Gegensätzliche Meinungen gibt es jedoch zuhauf. Einige Eltern erzählen: Dass ihre Kinder sich bei Anwendung einer Lauflernhilfe sogar schneller fortbewegt haben. Ein Erfahrungsbericht einer Mutter hebt hervor, dass ihr Sohn mit fünf Monaten bereits ab und zu in so einer Hilfe saß. Er zeigte Freude daran – die Welt um sich herum zu entdecken. Diese Perspektive wird oft von anderen Eltern bestätigt die ähnliche positive Erfahrungen gemacht haben. Doch das sind nicht die Meinungen aller.Risiken und Bedenken
Es ist wichtig ebenfalls die Risiken zu betrachten. Kritiker der Lauflernhilfen warnen vor möglichen Verletzungen und einer unnatürlichen Gangart. Wenn Kinder auf Zehenspitzen laufen, kann sich das negativ auf die Fuß- und Beinentwicklung auswirken. Ein weiteres oft genanntes Argument ist: Dass Kinder den natürlichen Prozess des Robbens und Krabbelns dadurch verzichten könnten. Diese Bewegungsformen sind entscheidend, zu diesem Zweck sie ihre Muskulatur und Koordination aufbauen.Gesundheitliche Überlegungen
Die richtige Unterstützung ist entscheidend. Das Kind sollte die Möglichkeit haben seine Umwelt von einem sicheren Standort aus zu erkunden. Statt in einer Lauflernhilfe kann das Platzieren auf einer Krabbeldecke die Motorik des Babys besser fördern. Hier hat das Kind genügend Raum ´ um sich frei zu bewegen und selbständig zu lernen ` ebenso wie es sich fortbewegen kann.Fazit
Was lernen wir daraus? Der Einsatz einer Lauflernhilfe sollte mit Vorsicht betrachtet werden, vor allem in den ersten Lebensmonaten. Die individuelle Entwicklung jedes Kindes ist einzigartig. Viele Eltern entscheiden sich ´ ihren Kleinen zunächst Zeit zu geben ` um die wichtigen Meilensteine des Krabbelns und Laufens ohne Hilfsmittel zu erreichen. Experten empfehlen » Geduld zu haben und darauf zu vertrauen « dass das Kind in seinem eigenen Tempo lernen wird. Wenn jedoch eine Lauflernhilfe in Erwägung gezogen wird, dann sollte sie so gestaltet sein dass das Kind nicht von sich aus darin sitzt allerdings sie schiebt und dadurch aktiv lernt, sich zu bewegen.Es bleibt also bei der Frage: Ab wann kann ich mein Kind in die Lauflernhilfe setzen? Eine klare Antwort ist schwer zu finden. Die Empfehlungen der Experten sind eindeutig: Je später, desto besser.
