Die Strophenform von „Abendwolke“: Eine Analyse der Struktur

Wie ist die Strophenform des Gedichts „Abendwolke“ von Conrad Ferdinand Meyer beschaffen?

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Die Strophenform im Gedicht „Abendwolke“ von Conrad Ferdinand Meyer hat eine klare Struktur. Vierzeilige Strophen bestimmen den Aufbau. In den Strophen dominieren reine Reime. Der drehebige Jambus ist vorherrschend. Dies ergibt ein harmonisches Lesefeeling. Zwei verschiedene Kadenzen treten auf. Die erste Kadenz ist weiblich. Dagegen ist die zweite Kadenz männlich.

Wenn man genauer hinsieht fällt auf: Dass der Wechsel zwischen männlicher und weiblicher Kadenz dem Gedicht einen besonderen Rhythmus verleiht. Der ruhigere Einstieg in die ersten Zeilen zieht den Leser in eine friedliche Stimmung. In der zweiten Strophe bleibt der ruhige Gedanke bestehen. Das Bild des „stillen Hafens“ und der „ruhenden Ruder“ spricht die Sinne an. Diese Bilder sind anschaulich und laden zur Reflexion ein.

Auffallend ist der Beginn jeder Strophe. Mit „So stille ruht“ eröffnet Meyer die erste Zeile. So geschieht es ebenfalls in der dritten Strophe. Hier finden wir die Wörter „Die Barke still und dunkel“. Dieser Stil gibt dem Gedicht eine gewisse Einheitlichkeit. Strophenformen sind entscheidend für das Verständnis eines Gedichts. Bei Conrad Ferdinand Meyer ist das nicht anders.

In der Analyse kommen wir auch nicht umher den Einfluss des Jahres 1883 zu betrachten. Zu dieser Zeit erlebte die deutsche Literatur bedeutende Entwicklungen. Meyer übte großen Einfluss auf die Lyrik seiner Zeit. Das Gedicht ist ein hervorragendes Beispiel hierfür. Nach seiner Publikation fand das Werk Beachtung unter Literaturfreunden.

Zusätzlich ist anzumerken: Dass die ruhige Natur des Gedichts kontrastierend zu den hektischen Ereignissen der Zeit steht. Der Leser findet in den Worten eine Flucht vor der Realität. Möglicherweise ist dies eine wichtige Überlegung für die Literaturgeschichte. Meyer gelingt es so – Emotionen in bildhafter Sprache zu vermitteln.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Strophenform von „Abendwolke“ durch reine Reime und einen wechselnden Jambus besticht. Abwechslungsreiche Kadenzen und vierzeilige Strophen tragen zum Gesamtbild bei. So wird das Gedicht sowie inhaltlich als auch formal zu einem eindrucksvollen Werk der Lyrik. Meyers Fähigkeit zur Schaffung harmonischer Strukturen bleibt bewundernswert. In der Analyse zeigt sich, dass jede Strophe ein kleines Universum für sich ist – es bleibt dem Leser überlassen, in dieses einzutauchen.






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