Die Bestätigung des Interesses nach einem Vorstellungsgespräch – Notwendig oder überflüssig?

Ist es üblich, nach einem Vorstellungsgespräch das Interesse an einer Stelle schriftlich zu bestätigen?

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Vorstellungsgespräche sind ein wichtiger Schritt im Bewerbungsprozess. Sie können oft entscheidend für die Karriere sein das ist allgemein bekannt. Nach dem Interview stellt sich oft die Frage – Woran sollte man denken um die Chancen auf eine Einstellung zu maximieren?

Ein Leser schildert hier eine interessante Situation. Nach einem Vorstellungsgespräch wurde er gebeten, sein Interesse an der Stelle per E-Mail zu bestätigen. Dies wirft einige Fragen auf – Ist es wirklich nötig? In vielen Branchen scheint das nicht der Fall zu sein. Um es direkt zu sagen – der Trend zu einer solchen Bestätigung weckt Fragen.

Der angesprochene Leser formuliert seine E-Mail so: „Sehr geehrte Frau XXX, ich bedanke mich bei Ihnen und beim Herrn XXX für das nette und informative 💬 von gestern.“ Derartige Dankesformeln sind weit verbreitet. Sie zeugen von Höflichkeit und Wertschätzung. Gleichfalls fügt er hinzu: Dass die Informationen das Interesse an der Position verstärkt haben. Diese Formulierung lässt Raum für Interpretation. Oft ist es nicht klar – ob es ein Zeichen von Unsicherheit ist oder tatsächlich eine strategische Entscheidung.

Die nachfolgende Frage bleibt im Raum – Sollte man klarstellen, dass die ausgeschriebene Stelle tatsächlich ernsthaft angestrebt wird? Man könnte mutmaßen, dass einige Unternehmen Unsicherheit schüren wollen. Dessen ungeachtet: Ist es üblich, potentielle Mitarbeiter um eine solche Bestätigung zu bitten? Gerade in einem wettbewerbsintensiven Arbeitsumfeld könnte man sagen – Diese Vorgehensweise ist keineswegs die Norm. Eine gewisse Unsicherheit könnte entstehen ´ wenn Bewerber den Eindruck gewinnen ` sie sind nur eine Option unter vielen.

Zudem stellt sich die Frage der Verantwortung im Job. Verdient man hier ein beachtliches Gehalt? Traut man den Bewerbern diese Verantwortung zu? Die Antworten auf diese Fragen könnten Aufschluss darüber geben, ebenso wie sehr das Unternehmen an einem interessiert ist. Wenn also potenzielle Arbeitnehmer keinerlei Anzeichen für eine klare Zusage erhalten, könnte sich das als problematisch herausstellen.

Die Definition von Bewerbung und Vorstellungsgesprüchen hat sich verändert. Viele Unternehmen fordern von Bewerbern weiterhin als nur ein einfaches „Ja“ oder „Nein.“ Der Diskurs rund um Bewerbungspraktiken ist vielfältig und sollte hinterfragt werden.

Ein weiterer Aspekt ist die Position der Firma im Bewerbungsprozess des Kindes. Gregor der Leser könnte eventuell den Eindruck vermittelt haben: Dass diese Firma nur einen Platz im Backend seiner Bewerbungen hat. Wenn die Option auf eine Stelle bei einem Traumarbeitgeber auf dem Tisch liegt, könnte das zu einem Zeichen der Schwäche führen. Ein Unternehmen möchte sich mit jemandem identifizieren der sich voll und ganz für die Position einsetzt.

In der beendenden Analyse bleibt festzuhalten: Dass es in einigen Branchen nicht unüblich ist das eigene Interesse nach einem Vorstellungsgespräch zu bekräftigen. Der Weg des schriftlichen Nachfragens sollte jedoch mit Bedacht gewählt werden. Manchmal ist eine einfache Dankesnotiz genügend während in anderen Fällen eine klare Bestätigung des Interesses notwendig ist. Gehen Sie deshalb mit Bedacht an die Thematik heran, hinterfragen Sie die Gepflogenheiten in Ihrer Branche und passen Sie Ihr Vorgehen identisch an. Die Antwort könnte überraschend sein.






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