Die Diskussion um Migranten und Ausländer in der deutschen Kriminalitätsstatistik ist ein aufgeladenes und sensibles Thema. Unterschiedliche gesellschaftliche Debatten verursachen Missverständnissen. Der Blick auf unsere offiziellen Statistiken, vor allem die Daten des Bundeskriminalamts - kurz BKA - ist deswegen wesentlich. In der Tat zeigt sich, dass die Aussage, Migranten und Ausländer stünden hinter der Mehrheit der Kriminalität, zu verallgemeinert ist.
Tatsächlich sind viele Straftäter in Deutschland deutsche Staatsbürger. Dennoch springt eine Facette sofort ins Auge: Der Anteil nicht-deutscher Täter in den Statistiken ist konfessionslos hoch. Wenn wir die Bevölkerung betrachten ´ stellen wir fest ` dass Migranten und Ausländer prozentual häufiger in den Kriminalitätsstatistiken auftauchen als die deutschen Staatsbürger. Hier zeigt sich ein grundlegendes Konzept von Statistik - die Bedeutung sowie der absoluten Zahlen als ebenfalls der relativen Größen.
Die Erfassung von Straftaten ist jedoch nicht immer ganzheitlich. Es gibt unzählige Taten die nicht gemeldet werden. Außerdem, wenn man bedenkt - Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz zum Beispiel - dringt eher der Gedanke durch, dass solche Taten hauptsächlich Migranten angerechnet werden. Außerdem stellt sich die Frage, ob etwaige andere Strafhandlungen die Deutsche begehen, nicht im gleichen Maße gewichtet werden. Ein sorgfältiger Umgang mit den Daten ist deshalb von äußerster Wichtigkeit – voreilige Schlussfolgerungen sind hierbei kaum zielführend.
Doch nicht nur Zahlen beeinflussen unsere Wahrnehmung. Sozioökonomische Faktoren tragen ähnelt zu dem Bild bei. Migranten, besonders jene mit benachteiligten Lebensverhältnissen oder fehlenden Perspektiven, nehmen möglicherweise eher an kriminellen Aktivitäten teil. Hier ist der Zusammenhang von Lebensumständen und Verbrechen kritisch zu erkennen. Wenn man keine Hoffnung auf eine positive Zukunft hat können impulsive Entscheidungen zusammentreffen.
Die populäre Fernsehsendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" veranschaulicht zudem die Schwierigkeit, mit der wir Daten beiseite schieben. Die Fälle ´ die dort präsentiert werden ` stehen nicht für das Gesamtbild der Kriminalität in Deutschland. Die ausgestrahlten Fälle sind nicht als repräsentative Statistiken zu verstehen. Ihre Bedeutung liegt eher in der Möglichkeit ungelöste Kriminalfälle ins Licht zu rücken.
Zusammengefasst ist die Analyse der Rolle von Migranten und Ausländern in der Kriminalitätsstatistik komplex. Offizielle Statistiken wie die bzgl․ BKA setzen sich aus vielen Facetten zusammen. Sie erfordern es – im Konsozioökonomischer und integrationspolitischer Faktoren interpretiert zu werden. Nur so kann ein tiefgehendes Verständnis für die Verknüpfung zwischen Kriminalität und Herkunft gewonnen werden - jede Statistik hat ihre Geschichte und es ist ratsam, sie nicht isoliert zu betrachten.
