Krankenschein per WhatsApp: Rechtliche Konsequenzen

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Was sind die rechtlichen Konsequenzen einer Krankmeldung per WhatsApp?**


Die Nutzung von WhatsApp zur Krankmeldung – ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. Abgesehen von der praxistauglichen Nutzung schnell zu kommunizieren, stellt sich die Frage nach der rechtlichen Wirksamkeit dieser Form der Mitteilung. Eine Auswertung der Situation ist nötig. Die Komplexität ist nicht zu unterschätzen. Wer mit dieser Frage konfrontiert ist braucht Klarheit.


Zunächst ist die arbeitsrechtliche Lage entscheidend. Es ist unerlässlich die innerbetrieblichen Regelungen zu beachten. Diese Regelungen können im Tarif- oder Arbeitsvertrag festgelegt sein. Gibt es keine klare Vorgabe zur Form der Krankmeldung? Dann kommen die allgemeinen rechtlichen Richtlinien in Betracht. Insbesondere das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) spielt hierbei eine zentrale Rolle.


Gemäß § 5 Abs. 1 EFZG ist ein Arbeitnehmer verpflichtet seinen Arbeitgeber über die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer zu informieren. Wobei die Gesetzeslage keine bestimmte Form der Mitteilung verlangt. Somit kann eine Krankmeldung über WhatsApp grundsätzlich rechtlich akzeptiert sein – jedoch nur, wenn der Arbeitgeber dies ähnlich wie so sieht. Das könnte dann schwierig werden wenn es zu einem Streit kommt.


In solchen Streitigkeiten trägt der Arbeitnehmer die Beweislast. Er muss nachweisen können: Dass die Krankmeldung den Arbeitgeber erreicht hat. Bei der digitalen Kommunikation ist das oft schwierig – es sei denn der Arbeitnehmer erstellt Beweismittel wie Screenshots. Ein einfaches "Gelesen"-Signal auf WhatsApp reicht nicht aus.


Ein weiteres, wichtiges Thema sind die rechtlichen Folgen einer Abmahnung. Hierzu muss geklärt werden ob ein vertragswidriges Verhalten des Arbeitnehmers vorliegt. Wenn der Arbeitnehmer seine Arbeitsunfähigkeit gemäß den gesetzlichen Vorgaben rechtzeitig und korrekt gemeldet hat, könnte die Abmahnung als unberechtigt eingestuft werden. Folglich wäre das für den Arbeitgeber eine ungerechtfertigte Maßnahme.


Eine Anmerkung zur Vorgehensweise: Es ist ratsam, in solchen Fällen rechtlichen Rat einzuholen. Ein Widerspruch gegen die Abmahnung könnte zudem angebracht sein. Es ist wichtig – dass alle zukünftigen Krankmeldungen formal korrekt und nachweisbar übermittelt werden. Nur so können potenzielle Konflikte vermieden werden.


Zudem spielt die Akzeptanz der Krankmeldung durch den Arbeitgeber eine entscheidende Rolle. Hat dieser die Nachricht empfangen? Wurde die Arbeitsunfähigkeit unverzüglich mitgeteilt? Ist die Abmahnung vielleicht übertrieben? All diese Fragen sind im individuellen Fall von Bedeutung.


In der heutigen Zeit ist es wichtig, sich der rechtlichen Konsequenzen bewusst zu sein die mit digitaler Kommunikation verbunden sind. Arbeitgeber müssen sich an gesetzliche Vorgaben halten. Arbeitnehmer sollten bestens vorbereitet sein insbesondere wenn es zu rechtlichen Auseinandersetzungen kommt.







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