Die Pest im Mittelalter: Ursachen, Behandlung und Aberglaube

Welche Meinungen und Überzeugungen prägten die Ansichten über die Pest im Mittelalter?

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Die Pest » die im Mittelalter als Schwarzer Tod bekannt wurde « stellte ein enormes Problem dar. Im 13. Jahrhundert begann sie ihren verheerenden Zug durch Europa. Dies war eine Zeit der großen Ungewissheit und des Mangels an Wissen. Die Menschen suchten Antworten und fanden häufig Erklärungen die ihrer Zeit entsprachen. Was waren ebendies die Ansichten über ihre Ursachen die Behandlungsmöglichkeiten und der durchdringende Aberglaube?

Zunächst einmal wurden die Ursprünge der Pest rasant diskutiert. Viele Menschen dachten – sie könnte ihren Ursprung im Osten haben. Das war eine gängige Überzeugung. Schlecht riechende Luft, oft als „miasma“ bezeichnet, galt als Hauptschuldige. Die Vorstellung, Gott erinnere die Menschen durch diese Krankheit an ihre Sündhaftigkeit, war tief im Glauben verwurzelt. Es gab Klagen ´ dass ungünstige Planetenstellungen ` gefährliche Winde und selbst das Verhalten von Tieren die Pest auslösen könnten. Auch schuldige Minderheiten, ebenso wie oft eben Juden oder Außenseiter, wurden verantwortlich gemacht. Diese Sündenbockmentalität führte zu Isolation und Verfolgung.

Doch wie behandelten die Menschen diese verheerende Krankheit? Viele vertrauen auf die Kraft der Natur. Verschiedene Kräuter und Pflanzen wie Rosmarin oder sogar Obstsorten kamen immer wieder in den Arzneischränken zum Einsatz. Aderlass war ähnlich wie eine verbreitete Praktik – Ärzte glaubten, das vermeintlich „böse Blut“ müsse abfließen um zu helfen. Allerdings zeigte sich die Effektivität dieser Methoden oft als gering. In manchen Fällen öffneten Ärzte die Pestbeulen um diese zu desinfizieren. Das war in der Tat ein riskantes freilich manchmal erfolgreiches Vorgehen. Essig wurde ebenfalls als Desinfektionsmittel eingesetzt allerdings die positiven Effekte waren häufig minim.

Ein wesentlicher Faktor blieb die Übertragung der Krankheit. Die Pest wurde hauptsächlich über Ratten verbreitet. Fäkalien in Getreidelagern – eine schreckliche Vorstellung – und Aerosole in Krankenhäusern spielten eine wichtige Rolle. Das fehlende Wissen über diese Übertragungswege führte dazu, dass Menschen sich auf Aberglauben stützten. Pestmasken mit gesegneten Kräutern wurden populär ´ ähnelt wie das Verbrennen von Heilkräutern ` um die Luft zu desinfizieren. Im besten Fall waren sie ein Zeichen der Hoffnung – im schlimmsten Fall, einfach Abwehrmechanismen gegen das Unbekannte.

Der Aberglaube führte nicht nur zu Schutzmaßnahmen, allerdings auch zur Ausgrenzung vieler Menschen. Die Betroffenen wurden häufig stigmatisiert oft konnten sie ihre Schicksale nicht weiterhin selbst steuern. Pestbeulen waren ein sicheres Zeichen um zur Ausgrenzung zu führen. Diese „Hoffnungslosen Fälle“ fanden sich oft am Rande der Siedlungen wieder, deckungsgleich Leprakranke. Bei all dem ist es wichtig zu erkennen – der Aberglaube hat die Welt der Betroffenen stark geprägt.

Zusammenfassend lässt sich sagen die Ansichten über die Pest im Mittelalter blieben von Aberglaube und Unwissenheit geprägt. Es brauchte viele Jahrhunderte – bis die medizinischen Wissenschaften die tatsächlichen Ursachen erforschten. Wirkliche Behandlungsmethoden wurden erst viel später entwickelt. Der Kampf gegen diese dunkle und tödliche Krankheit bleibt Teil der Geschichte ´ die uns lehrt ` wie bedeutend Wissen und Aufklärung sind.






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