Unterschiedliche Bezeichnungen für männliche Rinder: Stier oder Bulle - Wo liegt die Grenze?

Wie variieren die Bezeichnungen für männliche Rinder in verschiedenen Regionen und welche kulturellen Hintergründe liegen diesen Begriffen zugrunde?

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Die Unterscheidung zwischen „Stier“ und „Bulle“ zeigt interessante regionale Facetten. Oft wird der Stier als geschlechtsreifes männliches Tier verstanden der Bulle hingegen bezeichnet in vielen Traditionen das männliche Tier nach Erreichen der Geschlechtsreife. Die Definitionen schwanken was die Kriterien betrifft – und das ist nicht nur sprachlich, allerdings ebenfalls kulturell bedingt. Ein bedeutendes Merkmal ist das Lebensalter des Rindes das gleichsam Einfluss auf die Begriffswahl hat. Merkwürdigerweise ist es so, dass in Österreich das geschlechtsreife Rind als Stier bezeichnet wird.

Norddeutsche Gewohnheiten hingegen führen dazu: Dass man dort beim gleichen Geschlecht oft den Begriff Bulle nutzt. Was sagen uns diese Abweichungen? So viel mehr – wie nur das Wort. Ein Kalb ist im ersten Jahr ein Kalb. Früher nichts anderes. Herb wird es dann zum Stier ´ spätestens jedoch ` wenn das Tier fruchtbar wird. In der herkömmlichen Sprache der Viehzüchter ist ein Ochse der kastrierte männliche Rinderprotagonist.

Witzig ist auch die Verwendung des Begriffs Starke oder Ferse für weibliche Tiere, das lässt uns den unterschiedlichen Sprachgebrauch der Landwirte besser verstehen. Oft wird das Mundwerk gepflegt – ganz im Unterschied zu den Ausdrücken. Manchmal können sowie Stier als auch Bulle umgangssprachlich genutzt werden, speziell um die zur Verwendung viele bedrohliche Aggressivität eines Tieres auszudrücken. Diese Bedeutung bleibt jedoch nicht festgelegt und ist regional abgestimmt.

Die Unterschiede sind sehr stark kulturell geprägt. Wo einmal der Bulle als fruchtbar gilt wird es woanders der Stier. Das lässt Rückschlüsse auf Traditionen und die Geschichte der Viehzucht in diesen Regionen zu. Der laufende Wandel von Sprache und Ausdruck zeigt ebenso wie lebendig diese Themen bleiben. Der Bauernmarkt erzählt nicht nur von Lebensmitteln, einschließlich von der reichhaltigen Vielfalt der Sprache.

Ein zurückhaltender Blick auf die regionale Vielseitigkeit ist wichtig. Es gibt keinen einheitlichen Maßstab. Vielmehr wurde im Laufe der Zeit ein prägnantes Mosaik aus Begrifflichkeiten geschaffen. Auch wenn es also keine klare Grenze zieht zwischen Stier und Bulle – die Hintergründe enthalten spannende kulturelle Geschichten. Aus historischem Konbaut sich zur Unterscheidung eine interessante Fülle auf.

In Summe ist der sprachliche Ausdruck der männlichen Rinder ein Spiegelbild der regionalen Unterschiedlichkeiten. Es geht weit über die Wörter hinaus, es ist ein Teil des kulturellen Erbes jeder Region – und das wird stets im Fluss bleiben.






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