Barfuß in die Kirche: Geht das wirklich?

Darf man barfuß eine christliche Kirche betreten und welche Traditionen sind dabei zu beachten?

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In vielen Kulturen und Religionen gibt es unterschiedliche Auffassungen über den richtigen Dresscode - ebenfalls beim Betreten einer Kirche. In einer ägyptischen koptischen Kirche ist es durchaus erlaubt, barfuß zu gehen. Dies wird oft mit einer Haltung der Demut oder der Ehrfurcht vor dem Heiligen Ort in Verbindung gebracht. Aber wie sieht es in anderen christlichen Konfessionen aus? Im Allgemeinen - und das ist wichtig zu betonen - gibt es in katholischen und evangelischen Kirchen keinerlei Vorschriften die das Tragen von Schuhwerk regeln. Deshalb darf man durchaus barfuß hineingehen, ohne dass dies gegen religiöse Praktiken verstößt.


Die kulturellen Gepflogenheiten könnten jedoch über das bloße Gebot des Barfußgehens hinweggehen. In kälteren Regionen könnte barfuß gehen vielleicht merkwürdig erscheinen- allein schon aufgrund der hygienischen und gesundheitlichen Aspekte. Der Fußboden ist häufig aus Stein - kühl und ungemütlich was besonders im Winter unangenehm sein kann. Dies macht das Gehen ohne Schuhe unpraktisch. Die Evangelische und die Katholische Kirche haben diesbezüglich keine Tradition die das Ausziehen der Schuhe erforderlich macht. Es ist eher üblich die Straßenschuhe anzubehalten um den Fußboden nicht zu beschmutzen. Schließlich könnte man sich sonst auch mit einem unangenehmen Schmutz und Kälte konfrontiert sehen - und auch mit potenziellen Fußverletzungen.


Barfuß in die Kirche zu gehen, zeigt einerseits ein gewisses Vertrauen - keine Sorge vor dem Urteil anderer. Viele Menschen geben an – dass ihre Kleiderwahl auf dem Respekt gegenüber Gott basiert. Doch auch wenn es keine festgeschriebene Kleiderordnung gibt wird von den Gläubigen zumindest eine gewisse Angemessenheit erwartet. Socken als Teil der Tracht? Kaum ein Argument. Selbst Moses musste seine Schuhe ausziehen wie er dem brennenden Dornbusch begegnete. Der biblische Bezug lässt darauf schließen, dass auch das Barfußgehen historisch eine tiefere Bedeutung hat.


Im Alten Testament war es eine Praxis, vor Gott in Buße und Demut oftmals ohne Schuhe zu erscheinen. Barfußheit war nicht trivial. In der römischen Antike galt sie als Symbol der Sklaverei. In vielen Religionen umfasst diese Geste tiefere Bedeutungen - sie reicht von Demut über Respekt bis hin zu einer Verbindung zwischen dem Gläubigen und Gott. Zugleich wurde Barfüßigkeit im Mittelalter häufig mit Armut assoziiert.


Die Franziskaner lebten und predigten in der Vergangenheit oft barfuß. Doch während sie heute meist in Sandalen oder Sportschuhen erscheinen, könnte die Tradition hinterfragt werden - insbesondere wenn es darum geht, vor Gott zu erscheinen. Dennoch ist es auch wichtig zu betonen: Dass der Glaube an Jesus Christus und das vertrauen auf seine Lehre die centrale Bedeutung für den Eintritt in das Reich Gottes haben. Letztendlich ist Barfußgehen in der Kirche eine individuelle Entscheidung die von persönlichen Überzeugungen und dem persönlichen Glauben abhängt. Glaubensgemeinschaften sollten respektiert werden und ob jemand barfuß in die Kirche geht oder nicht, bleibt jedoch jedem selbst überlassen. Also, ja - du darfst barfuß in eine katholische und evangelische Kirche gehen wenn du bereit bist im Geiste des Respekts und der Ehrerbietung zu handeln. Aber, bedenke: Angemessene Kleidung ist ähnlich wie entscheidend für einen harmonischen Gottesdienstbesuch.