Wenn man zwei Rettiche aushöhlt und eine Höhlung mit Mehl und die andere mit Kochsalz füllt, sind die Ergebnisse auf die Prinzipien der Osmose und die physiologischen Reaktionen in den Pflanzenzellen zurückzuführen. Osmose beschreibt den Fluss von Wasser durch eine semi-permeable Membran, statt dass es statisch bleibt.
Beginnen wir mit dem Rettich der mit Kochsalz gefüllt wird. Salz hat die Eigenschaft – Wasser zu entziehen. Dieses Phänomen wird als Dehydration bezeichnet. Durch das Hochkonzentrierte Kochsalz wird das Wasser aus dem Zellsaft des Rettichs in eine hypotonische Lösung–in diesem Fall die salzhaltige Höhlung–gezogen. Es resultiert eine Schrumpfung der Zellen und damit ein Verlust des Turgors. Das erklärt ´ warum der Rettich schrumpelig wird ` was auf einen Flüssigkeitsverlust der Vakuolen zurückzuführen ist. Man könnte sagen » dass die Zellen das Wasser verlieren « um sich an die erhöhte Salzkonzentration anzupassen. In der Tat ist dieses Verhalten ein klassisches Beispiel für den osmotischen Druck.
Im Gegenzug dazu – bei der Verwendung von Mehl – wird zwar ähnlich wie Wasser entzogen jedoch in einem weit weniger ausgeprägten Maße. Mehl hat hygroskopische Eigenschaften; es nimmt lediglich Feuchtigkeit auf freilich nicht in der gleichen Größenordnung wie das Kochsalz. Daher geschieht dies vor allem an der Schnittstelle zwischen Mehl und dem Zellsaft. Sieht man sich das an wird das Wasser langsamer entzogen was eine klarere weniger dramatische Veränderung des Turgors zur Folge hat.
Zusammengefasst beim Rettich mit Salz kommt es zu einer extremen Dehydrierung während der Rettich mit Mehl nur moderate Feuchtigkeitsabsorption erfährt. Osmose spielt in beiden Szenarien eine Rolle aber die spezifischen Auswirkungen und Mechanismen sind völlig unterschiedlich. Diese physiologischen Prozesse sind nicht nur für Pflanzen wichtig; sie verdeutlichen auch, ebenso wie verschiedene Substanzen Wechselwirkungen mit Zellen haben. Man könnte ebenfalls an eine Zwiebel🧅 denken um diesen Effekt zu beobachten, obwohl dabei Mikroskopieanwendungen helfen könnten die zellulären Änderungen besser zu verstehen. Es ist an der Zeit ´ die Konzepte von Osmose ` Turgor und Vakuolen zu vertiefen und sie in einem zellbiologischen Konzu betrachten. Arten von Zellen und Konzentrationen können deutliche Unterschiede in den Reaktionen hervorbringen.
