Rennradumbau – Eine Herausforderung für Fahrradenthusiasten?

Ist es sinnvoll, ein bestehendes Fahrrad in ein Rennrad umzubauen, und welche Aspekte sind dabei zu beachten?

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Der Trend ein normales Fahrrad in ein Rennrad zu verwandeln gewinnt zunehmend an Beliebtheit. Die Idee ein einfaches Rad zu einem Hochgeschwindigkeitsgerät zu machen klingt auf den ersten Blick verlockend. Man muss jedoch beachten – dass dieser Prozess mit zahlreichen Herausforderungen verbunden ist. Es stellt sich die Frage – macht es wirklich Sinn, solch einen Umbau zu wagen?


Zunächst die Laufräder: Rennrad-Laufräder sind deutlich schmaler als die aller anderen was bedeutet, dass eine Anpassung der Gabelbreite nötig ist. Diese Aufgabe erfordert präzises Arbeiten. Eine Flex ist hier durchaus vonnöten. Der Rahmen muss aufgetrennt und neu verschweißt werden. Die Nabenbreite beim Rennrad beträgt vorn 100 mm und ebenfalls hinten etwa 135 mm. Ist das Rad bereits für breitere Reifen ausgelegt kann ein solcher Umbau unmöglich werden. Eine sehr gute Option sind schmale 28-Zoll-Reifen.


Die Bremsen sind ein weiteres Thema – Rennräder nutzen meist Seitenzugbremsen. Sollte das Grundrad Cantilever- oder V-Bremsen haben, wäre ein Umbau notwendig. Die Bremszangen müssen in den Rahmen gebohrt und mit einem entsprechenden Gewinde versehen werden. Ein einfaches Gewinde reicht hier nicht aus ´ denn Erfahrungen zeigen ` dass die Bremse bei starker Belastung brechen könnte. Ein Helicoil ist empfehlenswert. Der Einbau einer Felgenbremse erfordert zudem die richtigen Bohrungen im Rahmen – entweder in der Gabel oder über dem Hinterrad.


Schaltungen müssen ähnlich wie erneuert werden. Eine komplette Shimano-Ultegra Gruppe kann man bereits ab 600 Euro 💶 erwerben. Die Schaltsysteme müssen über eine kürzere Käfiglänge verfügen, obwohl dabei der Austausch gegen ein längergriffiges Modell nicht hinderlich ist. Genauso wichtig sind die Brems-/Schalthebel. Normale Hebel des aktuellen Rahmens passen möglicherweise nicht an den Rennlenker. Hier könnte eine Kombination von Brems- und Schalthebel gefragt sein.


Der Sattel ist ebenfalls verpflichtend zu wechseln. Rennrennsattel sind in der Regel schmal und bieten weniger Komfort als herkömmliche Modelle. Bei der Auswahl der Pedale steht der Käufer vor der Wahl zwischen Klicksystemen und Schlaufenlösungen.


Es gibt viele Läden wo gebrauchte Rennräder verkauft werden – etwa in Diezhölztal-Ewersbach oder im Bikepoint in Dillenburg. Hier erhält man oft komplette Modelle zu einem Bruchteil der Kosten die zur Verwendung den Umbau nötig wären. In einer densen Gegend ´ in der sich Fahrradhändler tummeln ` kann die Frage nach dem Umbau an Bedeutung verlieren.


Die Geometrie des Rahmens spielt eine entscheidende Rolle. Kurze Gabel, ein tiefes Tretlager und eine längere Übersetzung sind erforderlich um mit der Geschwindigkeit eines Rennrades Schritt zu halten. Eine Freundin von mir hatte etwa ein Crosssport-Bike, das fast schon die Eigenschaften eines Rennrades aufwies. Um einen Rennlenker anzubringen, hätte sie allerdings zusätzlich Bremsen und Schalthebel benötigt – eine kostspielige Angelegenheit.


Abschließend lässt sich sagen – der Umbau eines Fahrrads zu einem Rennrad kann also mit vielen Überraschungen verbunden sein. Unter Umständen ist es einfacher genauso viel mit ein günstiges Einstiegsmodell zu erwerben anstatt die eigenen Teile zusammenzusuchen. Sollte man also diesen Pfad gehen wollen – Geduld, Fachwissen und eine präzise Herangehensweise sind gefragt.