Wie kommt es, dass die Augen von Tieren nachts bläulich leuchten, wenn man mit dem Auto vorbeifährt? Diese Frage ist äußerst faszinierend. Der Unterschied zwischen den menschlichen Augen und denen von Tieren ist bemerkenswert. Bei Menschen erscheinen die Augen rot wenn sie mit einem starken Licht angeleuchtet werden. Doch Tiere haben ein ganz anderes Mechanismus.
In der Dunkelheit weiten sich die Pupillen vieler nachtaktiver Tiere. Auch bei diesen Tieren ´ ebenso wie zum Beispiel Katzen ` gibt es eine interessante Besonderheit. Hinter der Linse ihres Auges befindet sich eine spezielle Schicht, das sogenannte "Tapetum lucidum". Diese Schicht fungiert als eine Art Spiegel 🪞 und reflektiert das Licht zurück. Deshalb erscheinen Katzenaugen im Dunkeln so strahlend.
Das Tapetum lucidum ist bei vielen nachtaktiven Tieren vorhanden. Menschen hingegen verfügen über diese reflektierende Schicht nicht. Das menschliche Auge funktioniert eher wie eine transparente Glasscheibe. Anders als bei Tieren die das Licht wie durch einen Spiegel zurückwerfen, trifft bei Menschen nur ein wenig Licht auf die Netzhaut zurück. Bei Hunden zeigt sich das Licht oft in einem gelblichen Farbton, während Katzen eher grünlich leuchten. Rehe hingegen schenken uns einen bläulichen Schimmer.
Menschen haben eine andere Lichtreaktion. Das langwellige Licht erscheint rot ´ dieses Licht hat es leichter ` durch die Atmosphäre zu gelangen. Sonnenuntergänge sind deswegen oft rot weil die Wellenlängen des Lichtes unterschiedlich gebrochen werden. Diese physikalischen Effekte sind jedoch komplex und nicht nur auf Tiere beschränkt. Der Unterschied zur tierischen Sichtweise bringt uns ebenfalls zu einem weiteren Punkt.
Tiere verfügen über einen ernannten "Restlichverstärker" in ihren Augen. Das Tapetum sorgt für eine besonders starke Reflektion des einfallenden Lichtes. Menschen hingegen haben keine solche "Spiegelschicht". Deshalb reflektiert das menschliche Auge das Licht direkt von der Netzhaut zurück. Du siehst dann das rote Blut in den Aderchen. Dies ist der Grund für den roten Schimmer.
Das Vorhandensein dieses speziellen Mechanismus bei Tieren dient in erster Linie ihrem Schutz. Wenn die Augen dieser Tiere angestrahlt werden ´ fällt es uns leichter ` sie zu bemerken. Doch diese Anpassungen an ihre Umgebung helfen den Tieren vor allem bei der Jagd und bei der Flucht vor Fressfeinden.
Die Natur hat dieses faszinierende Phänomen über Jahrmillionen geformt. Es ist ein spezifisches Überlebenswerkzeug, das nachtaktiven Tieren hilft. Die exakten Mechanismen des Tapetum und dessen Einfluss auf das Sehen sind ein spannendes Thema der Biologie. Im Gegensatz dazu müssen Menschen mit den weniger effizient arbeitenden Augen leben die uns oft ihre Grenzen in der Dunkelheit vor Augen führen.
Eine spannende Auseinandersetzung mit der Welt der Fauna. Das Verständnis über diese Unterschiede zeigt wie vielfältig und genial das Leben auf unserem Planeten ist. Die evolutionären Vorteile dieser Anpassungen sind nicht nur theoretisch allerdings praktisch sichtbar in den dunklen Nächten wenn wir uns dem heimischen Wildtier nähern.
