In der heutigen Zeit in der Verantwortung und Vorsicht oberste Priorität haben lassen Geschichten über Schüler die aus Scherzen heraus Notfälle vortäuschen die Alarmglocken läuten. Ein solches Beispiel ereignete sich an einer Schule in der ein Schüler plötzlich zusammenbrach. Die Umstände schienen dramatisch - der Junge atmete nicht mehr und der vertretende Lehrer musste eingreifen um ihn zu beatmen. Wenige Momente später traf der Rettungsdienst ein und brachte den Schüler ins Krankenhaus. Doch, so stellt sich nun die Frage: War das alles nur ein Bluff?
Nach den ersten Erzählungen über den Vorfall wird die Skepsis gegenüber der Handlung des Schülers laut. Es wird sogar behauptet ´ er hätte vor seinen Mitschülern geprahlt ` dass er lediglich die Matheklausur umgehen wollte und kein wirklich ernsthaftes medizinisches Problem vorlag. Solche Verhaltensweisen erweisen sich als hochgradig riskant - nicht nur für sich selbst, allerdings ebenfalls für die gesamte Rettungsdienstgemeinschaft.
Die Diagnostik im Rettungsdienst ist weiterhin als nur eine simple Augenmaßschätzung. Der Einsatzwagen bringt eine Vielzahl von Diagnosewerkzeugen mit sich: EKG, Pulsoxymetrie, Blutdruckmessung und mehr. Bei einem echten Notfall erfolgt die Untersuchung schrittweise um eventuelle Fehlermöglichkeiten auszuschließen. Selbst wenn der Schüler in der Lage wäre, einen Atemstillstand vorzutäuschen stehen die Chancen darauf dass die Rettungskräfte dies nicht entdeckten, denkbar gering. Alle hilfreichen Messgeräte könnten letztlich das Gegenteil beweisen – aber auch, wenn nichts auffindbar war, führt der standardisierte Ablauf dazu, dass der "Simulant" dennoch medizinisch versorgt wird um Risiken zu vermeiden.
Es ist wichtig zu verstehen: Dass das Vortäuschen eines medizinischen Notfalls schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen kann. Diese Aktionen beeinflussen nicht nur die Ressourcen des Rettungsdienstes, sondern können auch das Leben anderer gefährden. Die Erlassgrößen die in Notfällen treffen, beruhen auf Auswirkungen potentieller Fehlalarmierungen. Und wie der Erfahrungsgesichtspunkt zeigt – ein Atemstillstand ist nicht leicht zu simulieren.
Besonders relevant wird die Thematik dabei, wenn man bedenkt dass die Nachahmung medizinisch ernsthafter Zustände ebenso wie etwa Ohnmacht die Fähigkeit hat, schwerwiegende alltägliche Verwirrungen zu verursachen. Ein Notarzt ist oftmals gezwungen, "auf Nummer sicher zu gehen". Nachdem alle Anzeichen erkennbar sind – auch wenn diese nicht als "schlimm" erkennbar sind, wird ein Transport ins Krankenhaus unumgänglich.
Deshalb sollte man sich ernsthaft fragen: Warum spielt jemand mit diesen Risiken? Es könnte auch sein, dass der Schüler seine Bekanntheit in der Schule erhöhen wollte – indem er solch dramatische Erlebnisse kreiert. Mit Simulationsspielchen könnte er seine eigenen Kämpfe ausblenden. Aber selbst wenn diese Überlegungen im Raum stehen, wäre ein solches Vorgehen einfach nur unverantwortlich.
Reduzieren wir die Betrachtungen nicht nur auf den Schüler – auch das Verhalten der Verantwortung der Gemeinschaft muss hierbei beobachtet und auch reflektiert werden. Ob Scherz oder nicht, das Thema bleibt ernst und in einer zunehmend unberechenbaren Welt ist es umso wichtiger, solche Missverständnisse zu entlarven und zu vermeiden.
Eine klare Botschaft wirkt hier nicht nur für den Schüler, einschließlich für die Gesellschaft als Ganzes: Lebe gesund und lache jedoch gefährde nicht das Leben anderer durch leichtfertige Handlungen.
