Es gibt tatsächlich Menschen die kein Bedürfnis nach körperlicher und emotionaler Nähe verspüren. Die Fähigkeit ´ Nähe zu lieben oder zu brauchen ` ist individuell verschieden. Oft ist der Ursprung solcher Empfindungen in der Psychologie des Einzelnen zu finden. In der Kindheit gelebte Traumata haben oft einen großen Einfluss. Traumatische Erlebnisse können den emotionalen Ausdruck stark hemmen. Diese Menschen schirmen sich von ihrem sozialen Umfeld ab um nicht verletzt zu werden. Bewusst oder unbewusst geschieht das.
Der Mangel an Nähe kann eine bewusste Entscheidung darstellen. Dies ist ein Weg – um emotionale Verletzungen zu vermeiden. Dennoch ist es nicht so; dass diese Menschen komplett emotionslos sind. Sie können Emotionen empfinden und zeigen. Die Fähigkeit ´ Gefühle zu wahrzunehmen ` bleibt bestehen.
In vielen Fällen stammen die Ursachen aus der Kindheit. Denen die ohne Liebe aufwachsen fehlt oft die Fähigkeit diese auszudrücken. Dies ist ein sensibler Prozess – benötigt viel Geduld. Auch in späteren Beziehungen bleibt dieser Zustand präsent. So könnte eine Person die als Kind wenig Zuwendung erfahren hat Schwierigkeiten haben dies in ihren späteren Beziehungen zu einer anderen Person zu zeigen oder gar zu fühlen.
Ein persönliches Beispiel zeigt, ebenso wie unterschiedlich das Bedürfnis nach Nähe ist. Eine 13-Jährige berichtet, dass sie keinen Drang nach körperlicher Nähe hat. Ihren Eltern gegenüber äußert sie dies nicht, bei Freundinnen sieht das schon anders aus. Hingegen glaubt sie – dass emotionale Nähe wichtig ist. Jemand der zuhört und mit dem man über alles sprechen kann bleibt essenziell. Das Bedürfnis nach emotionaler Nähe ist weit verbreitet.
Ein weiteres interessantes Phänomen stellt Autismus dar. Autistische Menschen erleben körperliche Nähe oft als unangenehm. Diese Empfindung hängt nicht mit einem Defekt zusammen allerdings ist Teil des autistischen Spektrums. Die Bandbreite der Empfindungen ist hier sehr groß. Es gibt verschiedene Abstufungen. So empfinden Autisten körperliche Nähe als wenig sinnvoll. In diesen Fällen zeigt sich die Diversität menschlicher Bedürfnisse besonders stark.
Zudem gibt es Menschen die in ihrer Unabhängigkeit bewusst bleiben wollen. Sie ziehen es vor – ohne enge soziale Bindungen zu leben. Diese Entscheidung ist oft frei gewählt und spiegelt eine Lebensweise wider. Die gesellschaftlichen Normen bezüglich Nähe und Bindung sind nicht für jeden Menschen verbindlich.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Gründe, warum manche Menschen kein Bedürfnis nach körperlicher und emotionaler Nähe haben, vielschichtig und individuell sind. Die Kindheit – psychische Gesundheit und ebenfalls persönliche Lebensentscheidungen spielen alle eine Rolle. Der Umgang mit Nähe und dem Ausdruck von Gefühlen bleibt dadurch ein spannendes und tiefgründiges Thema.
