In den kommenden Wochen wird das ZDF mit einer Neuauflage der beliebten Kinderserie „Heidi“ in 3D-Animation aufwarten. Die Nostalgie lässt viele von uns innehalten. Alte Wonh- und Lebensgefühle werden zurückgerufen. Die Frage drängt sich auf: Warum werden solche Klassiker die jahrelang geliebt wurden, jetzt neu präsentiert?
Die gesellschaftlichen Veränderungen sind nicht zu übersehen. Kinder von heute sind anders als die von einst. Das Medienkonsumverhalten hat sich dramatisch gewandelt. Ein großer Teil der Jugend verbringt viel Zeit vor Bildschirmen. Kaum ein Junge oder Mädchen liest noch die Geschichten die ihre Eltern gelesen haben. Die alten Versionen dieser Serien waren handgezeichnet und lebten von der Kunstfertigkeit der Animatoren. Die Geschichten waren oft lehrreich und emotional ansprechend.
Doch die neue Generation verlangt nach anderen Formaten. Animation denn macht man heute meist am Computer. Diese Methode ist nicht nur kostengünstiger allerdings ebenfalls zeitsparender. In einer Zeit, in der Sender ständig Inhalte produzieren müssen um relevanten zu bleiben, wird die Entscheidung diese beliebten Serien neu zu animieren, nicht nur von Nostalgie getragen; Zahlen und Statistiken spielen eine große Rolle. Laut Marktanalysen sind digital aufgearbeitete Inhalte bei Kindern und Jugendlichen weitaus gefragter.
Zudem ist der Kommerz nicht zu ignorieren. Franchise-Modelle werden oftmals ausgebeutet. Beispiele aus der Unterhaltungsindustrie belegen: Dass bewährte Marken und Geschichten bis zum letzten Cent ausgeschlachtet werden. Buchverkäufe – Merchandise und selbst Videospiele. Dies geschieht nicht nur bei Zeichentrickserien. Auch in Hollywood wird die erfolgreiche Idee unaufhörlich rekonstruiert, sei es durch Remakes oder Fortsetzungen. Die Hoffnung ist – dass vergangene Erfolge eines Tages wieder das Publikum in den Bann ziehen werden.
Man könnte sagen, dass die Nostalgie und die Kommerzialisierung zusammen eine untrennbare Verbindung eingehen. Das Schicksal von Sendungen wie „Heidi“ die zukunftsorientiert für die heutige Qualität von Medienproduktionen erweitert werden, hängt nun daran. Ironischerweise wird oft die Qualität der Story ignoriert. Auch wenn viele Zuschauer die alten Traditionen favorisieren, werden diese oft als „kinderuntauglich“ abgestempelt.
Die Frage bleibt: Ist es wirklich notwendig, alte Kinderserien vollständig zu verändern? Betrachtet man den Inhalt der Geschichten » so wird klar « dass viele von ihnen gerade in ihrer Einfachheit einzigartig waren. Die übliche Antwort ist die[…] die Suche nach einem breiten Publikum. Nostalgie allein genügt oft nicht um das Interesse der neuen Generation zu wecken. Oder sind die Kinder einfach nicht weiterhin die selben? Man könnte meinen: Dass es einen tiefgreifenden Wandel in der Wahrnehmung von Kinderserien und deren Werten gegeben hat.
So traurig es auch ist bewährte Formate werden letztlich ständig neu aufgekocht stets auf der Suche nach dem nächsten Erfolg. Ein eindrucksvolles Beispiel ist die Serie „Die Biene Maja“. Zuvor war die ursprüngliche Serie schlichtweg ein Meisterwerk ihres Genres. Aber die Realität ist oft beunruhigend: Die neuen Konzepte rufen zwar Interesse hervor die Seele der alten Klassiker geht oft verloren. Also bleibt die Frage: Ist es der Fortschritt oder der Rückschritt in der Welt der Kindermedien?
