In der warmen Jahreszeit sind sie weit verbreitet – die Stinkwanzen. Besonders in Gebieten mit zahlreichen Kirschbäumen wo sie sich gerne niederlassen. Ihr Name ist Programm. Tatsächlich schütten diese Insekten beim Bedrohtwerden ein übelriechendes Sekret aus. Doch wie nimmt der Mensch diesen Geruch wahr? Dies ist die Frage – die uns in diesembeschäftigt.
Einer Nutzerin fiel auf, dass der Geruch von Stinkwanzen sie an Himbeeren erinnert. Dies kam ihr so vor – dass sie keinen eklatanten Unterschied feststellen konnte. In der Tat könnte man sich fragen – ist es möglich, dass unser Geruchssinn individuell so stark variiert? Freunde und Familie waren skeptisch. Sie mochten ihren Eindruck nicht teilen und hielten die Assoziation für merkwürdig. Wie steht es um den Geruch von Himbeeren und Stinkwanzen? Gibt es hier eine Verbindung?
Die neuere Forschung befässt sich mit den Feinheiten menschlicher Geruchswahrnehmung. Dabei ist bekannt – dass Raum in unseren Köpfen für viele Assoziationen entsteht. Früher sprach man von einem gemeinsamen Geruchserlebnis. Doch studien belegen – dass der Mensch individuell auf Gerüche reagiert. Dies ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Dazu gehören genetische Veranlagungen oder ebenfalls das vergangene Erleben von Gerüchen. So kann jemand ´ der positive Erfahrungen mit Himbeeren gemacht hat ` diese Assoziation bei Stinkwanzen kognitiv verknüpfen.
Ein anderer Nutzer beschrieb den Geruch als angenehm, fast schon nach Marzipan. Dies zeigt uns erneut – hier treffen wir auf unterschiedliche Wahrnehmungen. Marzipan – eine Süßigkeit die viele Menschen lieben oder zumindest positiv aufnehmen. Dies könnte die Wahrnehmung des Geruchs beeinflussen. So erleben einige den Geruch als chemisch und unangenehm. Dabei ist es oft das Wissen darum ´ dass dieses Sekret eines Insekts stammt ` das unangenehme Assoziationen hervorruft. Wenn man über den Geruch von Stinkstiefeln nachdenkt schütteln manche den Kopf und finden es ekelhaft. Doch in der Natur gibt es zahlreiche Gerüche ´ die viele als unangenehm empfinden ` tatsächlich jedoch von anderen als neutral oder sogar angenehm wahrgenommen werden.
In einem weiteren Kommentar wurde die chemische Bittermandel als Beschreibung für den Geruch genannt. Auch hier könnte wieder unser Geschmack beitragen. Kritisch sei zu hinterfragen – warum eine persönliche Verbindung zu einem bestimmten Geruch besteht. Lässt sich hier auch die Verbindung zu Erinnerungen aufzeigen? Möglicherweise führt eine positive Erinnerung zu einer positiven Assoziation. In der Psychologie gibt es Studien ´ die belegen ` ebenso wie eng der Geruchssinn mit dem Emotionalsystem des Gehirns verknüpft ist. Definitiv faszinierend!
Eine kritische Anmerkung sagte aus – die Himbeeren riechen so, weil vorher eine Stinkwanze gesaugt hat. Dieser Gedanke bringt die Diskussion um die Geruchswahrnehmung in einen neuen Kon. Er gibt zu denken. Unser Wissen über die Natur hat Einfluss auf das Geruchserlebnis. Die erkenntnistheoretische Frage bleibt weiterhin bestehen. Ist der Geruch von Stinkwanzen ein natürlicher Teil unserer Umwelt oder bleibt er ein unangenehmes Erlebnis, das verbunden mit einem negativen Eindruck einer bestimmten Erinnerung ist?
Zusammenfassend bleibt festzuhalten – die Stinkwanzen erscheinen uns nicht nur als Belästigung in der warmen Jahreszeit. Stattdessen sind sie ein Beispiel dafür wie vielschichtig unser Geruchssinn ist. Manche Menschen empfinden den Geruch eher als angenehm und können sogar Erinnerungen damit verknüpfen, während es anderen widerlich erscheint. Diese Unterschiede sind es wert, genauer untersucht zu werden – denn sie sind Teil unseres Menschseins.
