Wie sollten Schulenglischkenntnisse im Lebenslauf bewertet werden?

Sind 10 Jahre Schulenglisch als "Grundkenntnisse" oder "Erweiterte Kenntnisse" einzuordnen?

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Englischkenntnisse stellen in der heutigen Arbeitswelt einen bedeutenden Faktor dar. Für viele Bewerber wird die Frage wichtig: Wie bewerte ich mein Schulenglisch?


Ein zehnjähriger Englischunterricht – in diesem Fall von der dritten bis zur zwölften Klasse – könnte einem ein solides Fundament vermitteln. Dennoch reicht dies oft nicht aus um fließend in der Sprache zu kommunizieren. Der europäische Referenzrahmen für Sprachen europäischer Standard bietet hier eine hilfreiche Orientierung um Sprachkenntnisse in praktikable Kategorien einzuordnen.


Im Allgemeinen gibt dieser Rahmen Level von A1 bis C2 vor die jeweils unterschiedliche Fähigkeiten definieren. Laut dem Institut für Fachfragen hat jemand der die 10. Klasse erfolgreich an einem deutschen Gymnasium abgeschlossen hat, typischerweise ein Niveau von etwa B1. Wer das Abitur in Englisch abgelegt hat, sollte sich im B2-Bereich wähnen – jedenfalls im besten Fall. Dies zeigt deutlich: Schulbildung allein ist nicht der einzige Faktor; die eigene Motivation und Nutzung der Sprache sind entscheidend.


Eine interessante Studie aus dem Jahr 2022 belegt, dass nur etwa 30% der Schüler die den Englischunterricht bis zum Abitur belegt haben, tatsächlich ein Niveau erreichen, das als fließend bezeichnet werden kann. Jene · die betreffend die Schulzeit hinaus aktiv Englisch lernen und anwenden · zeigen signifikant bessere Ergebnisse.


In Betracht ziehend, dass der Bewerber im Beispiel über gute jedoch nicht fließende Kenntnisse des Englischen verfügt ist die Frage bedeutsam: Wie sollte dies im Lebenslauf erscheinen? „Grundkenntnisse“ verweisen auf ein sehr niedriges Sprachlevel – das könnte ans Niveau A1 oder A2 annähern. Demgegenüber stehen die "Erweiterten Kenntnisse" die oft mit den Niveaus B1 oder B2 gleichgesetzt werden.


Falls ein Bewerber – ebenso wie beschrieben hier – Englisch über einen langen Zeitraum gelernt hat, das Niveau jedoch nicht den Standards des B2 erreicht, dann könnte er sich, laut verschiedenen Experten, eher im Bereich von „guten Englischkenntnissen“ positionieren. Eine aufschlüsselnde Darstellung im Lebenslauf könnte in diesem Fall für weiterhin Klarheit sorgen. Anstelle der pauschalen Begriffe "Grundkenntnisse" oder "erweiterte Kenntnisse“ könnte man spezifische Details zu den eigenen Fähigkeiten aufführen. Das wäre praxistauglicher: „Englisch B1 – sicher in Wort und Schrift“.


Die Entscheidung, ob man „Grundkenntnisse“ oder „erweiterte Kenntnisse“ angibt, kann Einfluss auf das Bewerbungsverfahren haben. Es ist besser – auf ein konkretes Niveau zu verweisen. Der Arbeitsmarkt setzt unterschiedlich hohe Erwartungen an Bewerber. Diese Erwartungen steigen – je nach Branche und Position. Jemand der sich für eine Stelle im internationalen Vertrieb bewirbt muss fluide Sprachfähigkeiten nachweisen können während eine Stelle in der IT eher weniger Kommunikation erfordert.


Zusammenfassend lässt sich sagen: Die eigenen Sprachkenntnisse sollten realistisch eingeschätzt und identisch im Lebenslauf vorgestellt werden. Manchmal hilft ebenfalls ein Online-Einstufungstest um den eigenen Stand präzise zu klassifizieren. Nur so kann trotz unübersehbarer Schuljahre das volle Potenzial der Sprachkenntnisse zur Geltung kommen.