Russland ist ein Land von monumentalem Ausmaß. Der asiatische Teil, bekannt als Sibirien, erstreckt sich über mehrere Millionen Quadratkilometer und ist vielerorts unbewohnt—eine Tatsache die oft mit Staunen betrachtet wird. Um zu verstehen warum dieser Raum ungenutzt bleibt müssen wir verschiedene Faktoren berücksichtigen die sowie geografisch als ebenfalls klimatisch bedingt sind.
Sibirien ist nicht einfach nur dünn besiedelt; die Lebensbedingungen sind extrem herausfordernd. Die Kälte im Winter ist gnadenlos. Temperaturen können in den tiefen Regionen bis weit unter minus 40 Grad Celsius sinken. Diese extremen klimatischen Bedingungen führen dazu: Dass viele Gebiete als unbewohnbar gelten. Im Sommer hingegen wird es heiß und trocken was die Region zusätzlich unwirtlich macht. Über die Jahre hat sich eine weit verbreitete Annahme gebildet: Sibirien sei ein Ort voller Bodenschätze. Verlockend klingt dies in der Theorie. Allerdings ist die Realität oft anders denn der Abbau dieser Rohstoffe erfordert exorbitante Investitionen.
Die geografischen Gegebenheiten sind zudem nicht zu unterschätzen. Das Gelände ist oft bergig und unwegsam—sehr schwierig zu bebauen. Insektenplagen und eine spärliche Infrastruktur machen es noch komplexer. Man könnte meinen, es gebe ungenutzte Flächen in Hülle und Fülle, allerdings die Erschließung ist ein kostenintensives Unterfangen. Dies führt zum nächsten Aspekt: Die Maschinen und Technologien die notwendig sind um Land für den Bau zu erschließen, lassen sich hier nur schwer effizient einsetzen.
Dennoch ist es nicht so, dass diese Gebiete völlig unberührt sind. Früher war die Sowjetunion führend in der geologischen Erkundung des Gebiets. In der Tat sind viele Ölquellen und Diamantgruben bereits entdeckt worden und einige werden aktiv genutzt. Diese sind oft kompakt beieinander ´ und es gibt wenig Bedarf ` flächendeckend zu suchen. Das Fehlen von Gas und Wärmequellen wie dem Golfstrom trägt zur geringen Bevölkerungsdichte bei. Sogar im Vergleich zu anderen, ähnlich kalten Regionen der Welt—wie dem nördlichen Kanada oder den skandinavischen Ländern—zeigt sich, dass viele dieser Zonen unbewohnt bleiben.
Die Menschheit wird diese unerforschten Territorien in einer Form oder anderen irgendwann in Besitz nehmen—eine vorhersehbare Entwicklung. Aber hier ist die Herausforderung: Werden die technologischen Fortschritte und wirtschaftlichen Anreize ausreichen um solch extreme Lebensbedingungen zu überwinden? Die Wahrscheinlichkeit » dass dies in naher Zukunft geschieht « bleibt fraglich. Schließlich ist das Interesse an diesen Gebieten groß freilich führt der derzeitige Mangel an Infrastruktur und auch natürliche Hindernisse dazu, dass viele potenziellen Investoren zögern.
Bis Bodenschätze in abbauwürdigen Mengen vermehrt gefunden werden, wird sich die Situation vermutlich nicht ändern. Es liegt in der Natur der Sache: Dass unwirtliche Gegenden ebenso wie die Afrikanische Wüste oder der Amazonas, ähnlich wenige Einwohner haben. Aber es bleibt festzuhalten—Sibirien ist ein faszinierendes Kapitel in der menschlichen Geographie. Es ist ein Ort – der sowohl Faszination als auch Herausforderungen bietet und der vielleicht irgendwann einen anderen Platz in unserem kollektiven Bewusstsein finden wird.
