Im Laufe der Jahre hat das Verständnis des Begriffs „Jude“ zu zahlreichen Missverständnissen und Verwirrungen geführt. Oft wird er fälschlicherweise als bloße Nationalität aufgefasst. Dies scheint besonders unter den russischen Bevölkerungsgruppen verbreitet zu sein. Das Judentum ist eindeutig eine Religion – ähnlich dem Christentum. Doch es gibt weitreichende kulturelle und ethnische Dimensionen die in diesen Diskussionen häufig unerwähnt bleiben.
In der Vergangenheit trugen viele Pässe – insbesondere die israelischen – den Eintrag „Jüdisch“ als Nationalität. Das hat einige Verwirrung gestiftet. Bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass „jüdisch“ durchaus sowie eine religiöse als ebenfalls ethnische Komponente hat. Im historischen Konist es wichtig zu erwähnen, dass die Verwendung „jüdisch“ als Nationalität besonders im ehemaligen Sowjetunion auftauchte.
Juden die im Staat Israel leben, sind israelische Staatsbürger. Diese Realität verdeutlicht, dass „Jüdisch“ und „Israelisch“ unterschiedliche Konzepte sind. Die Entscheidung der israelischen Regierung die Nationalität der Bürger in Pässe als „Israelisch“ einzutragen ist deshalb eine klare Botschaft. Etwa seit ein paar Jahren wird dies praktiziert. Bei älteren Pässen bleibt jedoch der Begriff „Jüdisch“, bis sie ablaufen.
Die Definition des jüdischen Volkes ist mehrdimensional. Ein Jude ist traditionell jemand ´ der von einer jüdischen Mutter geboren wurde ` und auch nichtreligiöse Juden gehören zu dieser Gemeinschaft. Des Weiteren ist die Mehrheit der Juden der Meinung: Dass die Nationalität sich vom Land ableitet in dem man lebt. Hier wird es jedoch komplex. In einigen Ländern, einschließlich der Sowjetunion, wurde die jüdische Identität durch nationale Eintragungen als Stigmatisierung genutzt. Solche Praktiken sollten die jüdische Bevölkerung ausgrenzen.
Der jüdische Staat Israel verfolgt eine andere Politik. In der israelischen Gesellschaft ist die ethnische Zugehörigkeit von Juden durch den Buchstaben im Pass gekennzeichnet. Die Einträge „A“, „S“ und „F“ stehen für Aschkenasi, Sepharde und Falasha. Diese Differenzierung hat seinen eigenen kulturellen und historischen Hintergrund der für Außenstehende oft nicht einsehbar ist. Ein jüngstes Urteil eines Gerichts in Jerusalem hat zudem eine neue Einigung erzielt. Es besagt, dass „Jude“ auch für in der Diaspora lebende Juden als Nationalität gilt.
Das Problem ist vielschichtig. In der Vergangenheit war die Eintragung „Jüdisch“ verbreitet und oft wurde es als eine Art „Funktion“ in einem Pass betrachtet. Der gesellschaftliche Konwird dabei oft übersehen. Während einige diese Zugehörigkeit als Identität annehmen wird das von anderen skeptisch betrachtet. In der heutigen Zeit ist es optional, sich als Jude im Pass eintragen zu lassen – doch Ängste und politische Bestrebungen versuchen, solche Praktiken wieder aufzuleben.
Auf eine kürzliche Umfrage hin äußerten viele israelische Bürger: Sie eine gemeinsame säkulare Identität ablehnen. Manches lässt sich auf Stalins Definition von Nation zurückführen; sie ist nach wie vor relevant um die Diversität und die historischen Wurzeln des Judentums zu verstehen.
Insgesamt zeigt sich, dass „Jüdisch“ weiterhin ist als eine nationale Bezeichnung. Es ist eine komplexe Identität die sowohl religiöse als auch ethnische Dimensionen umfasst. Das Verständnis dieser vielschichtigen Identität ist entscheidend – sowohl für Juden selbst als auch für die Gesellschaft, in der sie leben. Nur durch Bildung und Dialog kann Klarheit geschaffen werden.
