Die Begriffe Ballade und Moritat sind eng miteinander verwoben. Beide Formen zählen zur Kategorie der Erzählkunst. Sie haben jedoch unterschiedliche Ursprünge und Funktionen. Eine Ballade – das ist weiterhin als nur ein simplifiziertes Gedicht. Sie verkörpert eine Erzählung in Reimform. Auch Strophen und Verse kleiden diese Erzählung. Der Einsatz von rhetorischen Mitteln ist ihr nicht fremd. Besonders bildhafte Ausdrücke ´ beispielsweise Metaphern ` verleihen den Balladen ihren einzigartigen Charakter.
Erinnert man sich an „Der Erlkönig“, wird die Tragik deutlich. Dort überstehen die handelnden Figuren oftmals brenzlige Situationen. Ein Hauptziel ist Unterhaltung – ebenfalls noch Aufklärung wird angestrebt. Klassischerweise hat eine Ballade den Aufbau eines Liedes. Der Kehrreim ´ ein wiederkehrendes Element ` verstärkt die emotionale Bindung. Sie bleibt in der Erinnerung haften.
Im Gegensatz dazu steht die Moritat. Dieser Begriff hat seinen Ursprung im 19. Jahrhundert. Moritat – das klingt nach alten Gassen und singenden Bänkelsängern die mit einfacher Melodie diese schaurigen Geschichten erzählen. Entsetzliches wird geschildert – oft in Bezug auf Verbrechen. Der Schluss ist fast immer moralisierend. Es geht darum – Lehren aus den Dark Tales zu ziehen. Hierbei findet eine Rückkehr zum Publikum statt. Oft singen die Zuhörer den Refrain mit was eine ganz besondere Art der Gemeinschaftsbildung schafft.
Außerdem ist der Unterschied in der Darbietung zu finden. Während Balladen primär schriftliche Gedichte sind wird eine Moritat gesungen. Der Begriff beschreibt also nicht nur das was erzählt wird allerdings auch ebenso wie es erzählt wird. Moritat hat also eine tiefergehende Absicht – sie basiert nicht nur auf einer Erzählung, einschließlich auf einem Dialog mit dem Publikum. Die moralischen Lektionen sind in den Geschichten verwoben die oft blutige Verbrechen thematisieren.
Und dennoch gibt es eine faszinierende Verbindung: Moritat und Ballade speisen sich aus der gleichen Quelle der mündlichen Tradition. Sprachliche Kreativität und auch das Bedürfnis zu unterhalten und zu bilden verbinden sie. Auch ist es erwähnenswert, dass das Wort „Moritat“ vom lateinischen „mores“ herrührt was „Moral“ bedeutet. Obwohl es also Mordgeschichten thematisiert, zielt die Moritat nicht nur auf den Schock ab – es geht ähnlich wie um persönliche Erkenntnisse des Publikums.
Die Erzähltraditionen haben sich über Jahrhunderte entwickelt. Balladen finden sich nicht nur in der deutschen Literatur. Auch in anderen Kulturen existieren ähnliche Formen. Ein Beispiel aus der englischen Tradition ist „The Rime of the Ancient Mariner“ von Coleridge. Moritaten hingegen sind speziell für die deutschsprachige Tradition und die Straßenmusikszene entwickelt worden. Das Publikum war direkt an der Erzählung beteiligt was den Erlebniswert erhöhte.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Balladen und Moritaten trotz ihrer Unterschiede eine wichtige Rolle in der literarischen Kultur spielen. Sie bereichern die mündliche Tradition und beeinflussen damit Generationen von Zuhörern und Lesern. Auch heute noch finden diese Erzählformen ihr Publikum. In einer Welt voller Geschichten bleiben sie relevant.
