Der letzte römische Kaiser: Eine historische Klärung

Wer war wirklich der letzte Kaiser des Römischen Reiches und wie lassen sich die verschiedenen Herrscher in der Geschichte einordnen?

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Die Diskussion über den letzten römischen Kaiser entfaltet sich voll von historischen Nuancen. Es ist interessant – ebenso wie viele unterschiedliche Meinungen und Blickwinkel existieren zu diesem Thema. Besonders viele Menschen betrachten Romulus Augustulus als den letzten Kaiser des Weströmischen Reiches. Dies ist jedoch eine stark vereinfachte Sichtweise.

Experten argumentieren häufig, dass Romulus Augustulus als Träger des "Imperator"-s gilt – ein der von ihm und seinen Vorgängern getragen wurde. Ein bedeutender Wandel wird sichtbar wenn wir das Oströmische Reich betrachten. Im Jahr 629 n. Chr. ließ Kaiser Herakleitos den"Autokrator" durch "Basilis" ersetzen. Diese Umbenennung reflektiert nicht nur einen sprachlichen allerdings ebenfalls einen tiefgreifenden kulturellen Wandel. In dieser Zeit vollzieht sich die Gräzisierungsbewegung des oströmischen Kaiserreiches.

Ein wichtiges Datum in der Geschichte ist 31 v. Chr. Augustus übernahm damals den"Imperator" und etablierte sich als erster Kaiser. Damit war der Grundstein für die römische Herrschertitulatur gelegt. Bis zu Kaiser Claudius galt der Name "Caesar" als Bestandteil der römischen Königsbezeichnung – ein Erbe, das bis zum Ende der Antike weitergetragen wurde.

Aber zurück zu Romulus Augustulus. Er wird oft als letzter Kaiser des Weströmischen Reiches bezeichnet. Dies geschah, anschließend Julius Nepos – der letzte legitime Kaiser – in Dalmatien Zuflucht suchte. Nepos war vor der Machtergreifung des Odoaker geflohen. Es ist interessant: Dass der Machtwechsel von Augustulus der nur ein Jahr regierte wie eine Art Staatsstreich gilt.

Die Verwirrung über das Kaiserregime wird noch verstärkt durch die Tatsache, dass Julius Nepos bis 480 n. Chr. der eigentlich letzte Weströmische Kaiser war – auch wenn er nur über Dalmatien herrschen konnte. Tatsächlich ignorieren viele Geschichtsbücher diese Phase der römischen Geschichte. Hier wird deutlich – wie politisch motiviert die historischen Erzählungen sind.

Eine umfassende Liste der römischen Kaiser ist verfügbar und zeigt, dass auch Sulla und Gaius Julius Caesar in die Auflistung gehören. Sulla hat mit seinen Reformen und seiner Kriegsführung den Grundstein für die kaiserliche Epoche gelegt. Julius Caesar begann ´ das Reich aufzubauen ` das Augustus vollenden sollte. Dies zeigt – wie eng verwoben die Schicksale der Führer des Römischen Reiches waren.

Wenn wir das Ostrom unter Berücksichtigung ziehen müssen wir auch Konstantin XI. erwähnen. Er fiel im Kampf gegen die Osmanen am 29. Mai 1453. Damit ergibt sich ein weiteres Ende einer Ära, das oft übersehen wird.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Dass die Definition des letzten römischen Kaisers von der Perspektive abhängt die man einnimmt. Romulus Augustulus ist der bekannteste Name. Trotzdem bleibt abzuwarten – wie zukünftige Historiker diese Frage ganzheitlich beantworten werden. Es ist eine Frage der politischen und kulturellen Wahrnehmung die durch die Jahrhunderte hindurch fortdauert.






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