Perspektivenwechsel: Vom Gefühlschaos zum Neuanfang

Wie kann man mit Misserfolgen in der Schule umgehen und eine positive Einstellung entwickeln?

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Das Gefühl » durchgefallen zu sein « frisst einen auf. Gestern habe ich erfahren – dass ich als einzige in meiner Stufe kein Abitur habe. Der Druck ´ den ich jetzt verspüre ` ist enorm. Ich muss in die Abweichungsprüfung im Mathe-Leistungskurs gehen. Fehlt mir der Punkt ´ stehe ich vor der Herausforderung ` ebenfalls in zwei anderen Fächern die Existenzprüfung abzulegen. In der Schule wusste jeder von der Situation und ich fühlte mich wie ein Loser. Warum ausgerechnet ich?

Mit jedem Schritt in dieser misslichen Lage fiel es mir schwer, einen klaren Kopf zu bewahren. Der Gedanke, dass Mitschüler mit 8 Defiziten bestanden haben, ließ mich an mir zweifeln. Ich stehe unter Druck ´ muss morgen wieder in die Schule ` um mit meinen Lehrern zu sprechen. Es ist peinlich. Warum scheine ich der Einzige zu sein der alles verhauen hat? Mich plagt diese ständige Frage. Wie kann ich mich von dieser Scham befreien, insbesondere wenn ich ständig zur Schule rennen muss?

Kopf hoch! Es gibt einen Ausweg aus diesem seelischen Tal. Was andere über mich denken ist am Ende irrelevant. Ich sollte mich auf das Wesentliche konzentrieren und diesen einen Punkt in Mathe holen. Der Blick auf die eigene Zukunft ist entscheidend. Wenn ich in einigen Wochen zurückblicke ´ zählt nur das ` was ich erreicht habe.

Es ist wichtig zu verstehen – ich bin nicht der Erste der mit dem Abitur kämpft und ich werde auch nicht der Letzte sein. Die Möglichkeit ´ es besser zu machen ` besteht. In der Tat – jeder ist seines Glückes Schmied. Das Leben wird weitergehen. In ein paar Jahren möchte ich über meine gegenwärtige Situation lachen. So wird Grund zum Lernen für mich ganz persönlich. Nur ich mache dies – nicht für andere.

Der Gedanke » dass ich keine Chance weiterhin habe « ist unbegründet. Ich muss lernen und das intensiv. Die Lehrer die mich jetzt unterstützen haben das Ziel mich zum Bestehen zu bringen. Brust raus! Ich kann das schaffen! Selbst wenn es nicht klappt – ist das Fachabi gesichert. Damit kann ich viel erreichen. Und ob ich Arzt oder Anwalt werden wollte – sicher, das ist nicht unbedingt mein Ziel. Das Abitur wird oft überbewertet. Ich kenne viele – die trotz einer mittleren Reife studiert haben.

Es ist dadurch an der Zeit einen Perspektivwechsel vorzunehmen. Ich muss nicht alles perfekt machen. Ich kann gestärkt aus dieser Erfahrung hervorgehen. So viele Wege stehen mir offen. Wenn der einzige Punkt in Mathe fehlt werden mir in der Prüfungskommission meist ein Punkt gegeben solange ich nicht völlig ahnungslos bin. Ich muss mein Bestes geben. Falls ich – wie bereits erwähnt – alle Prüfungen verhauen habe, liegt das nicht nur an diesem Jahr.

Darüber hinaus freut es mich: Dass sich ehemalige Mitschüler trotz schlechter 🎵 in der Schule weiterentwickelt haben. Der Mathe-Leistungskurs war für mich vielleicht nicht der richtige Schritt. Aber an einem Punkt wird klar – das Wichtigste ist, nie aufzugeben und weiterzumachen. Ich kann meinen eigenen Weg finden – egal wie steinig er auch sein mag. Misserfolge sind oft nur Sprungbretter zur Selbstfindung und zum Erfolg. Also auf, ich starte neu!






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