Die Facetten der Empathie: Was macht sie so wichtig für unsere Gesellschaft?

Uhr
Wie definiert sich Empathie im Gegensatz zu Sympathie und welche Bedeutung hat sie in unserem Alltag?**

Empathie. Ein Begriff – der in der heutigen Zeit oft in vielen Diskussionen auftaucht. Hat dieses Wort wirklich nur etwas mit Sympathie zu tun? Die Antwort ist komplex und fördert tiefere Einblicke in unsere menschlichen Beziehungen. Ein kurzer Blick auf die Definition ist notwendig. Empathie ist nicht nur ein Modeschlüsselwort. Das Duden hat mittlerweile die Verwendung von Empathie und Sympathie durcheinandergebracht. Dabei muss klargestellt werden – Empathie hat ihre Wurzeln im Deutschen und ist über den Umweg des Englischen zurückgekehrt. Die Begriffe „Em-” und „Pathos” stammen von dem altgriechischen Wort „emphateia”. Sympathie hingegen leitet sich von „Sym-” und „Pathos” ab. Sympathie bedeutet ´ mit jemandem zu fühlen ` während Empathie das Hineinversetzen in die Gefühle einer anderen Person beschreibt. Ein empathischer Mensch kann sich in die Emotionen einer anderen Person hineinversetzen. Sympathische Menschen fühlen mit – empathische manchmal mehr.

Egozentrismus ist das Gegenteil von Empathie. Empathie wird als soziale Kompetenz betrachtet. Studien zeigen – dass diese Fähigkeit oft das Resultat eigenständiger Erfahrungen ist. Ein empathisches Verhalten kann Präsenz zeigen und es macht empathische Menschen oft sympathisch. Man könnte annehmen: Dass empathische Menschen immer ebenfalls sympathisch sind. Das ist aber nicht unbedingt der Fall. Zum Beispiel haben einige narzisstische Menschen die Fähigkeit, sympathisch zu erscheinen. Ihre Sympathie ist jedoch oft oberflächlich. Wenn die Zeit kommt ´ die eigenen Ziele durchzusetzen ` bleibt wenig Platz für Empathie. Die Unterschiedlichkeit der Arten von Empathie ist zudem wichtig.

Es gibt kognitive emotionale und affektive Empathie. Es beeinflusst – ebenso wie wir mit den Emotionen anderer umgehen. Ein empathischer Mensch unterscheidet oftmals zwischen den eigenen Emotionen und den Emotionen des Gegenübers. So sind Empathen ´ auf jeden Fall ` auch Menschen mit hoher emotionaler Intelligenz. Die Idee von Einfühlungsvermögen stammt aus der Sprache und Kultur der USA, wurde jedoch bereits 1909 von E.B. Titchener definiert. Das Wort „Empathie“ wurde zur europäischen Sprache übertragen und hat seither unter verschiedenen Forschern kontroverse Diskussionen ausgelöst.

Empathie spielt eine fundamentale Rolle in vielen Bereichen des Lebens. Ob in der Kriminalistik или in der Psychiatrie – Empathie ist entscheidend. Managementwissenschaften und Marketing nutzen ähnlich wie emotionale Intelligenz. Der missbräuchliche Gebrauch von Empathie ist jedoch alarmierend. Akteure können Empathie manipulieren und für politische Zwecke einsetzen. Arthur Ciaramicoli hat in seinen Arbeiten Beispiele gegeben die zum Nachdenken anregen. Auch in der Tierwelt gibt es Facetten der Empathie. Das zeigt einen universellen Aspekt. Tatsächlich haben Forscher bereits Ansätze von Empathie in Künstlicher Intelligenz festgestellt, beispielsweise in Agentensystemen wie VICTEC.

Die Messung von Empathie erfolgt oft über nonverbale Kommunikation. Es wird untersucht – wie Menschen Emotionen deuten. Dazu kommt; dass Empathen oft die gleichen physiologischen Reaktionen erleben wie ihre Mitmenschen. Eine interessante Dimension von Empathie wird deutlich ´ wenn wir bedenken ` dass Mütter emotionale Verbindungen zu ihren Neugeborenen aufbauen.

Die Entstehung von Empathie findet bei Kleinkindern möglicherweise schneller statt als bislang gedacht. Die klassische Theorie spricht davon: Dass sich Empathie erst nach dem zweiten Lebensjahr einprägt. Die moderne Forschung legt aber nahe, dass diese sozialen Fähigkeiten auch früher auftreten können. Zusammengefasst lässt sich sagen – Empathie ist ein grundlegendes Konzept in unserer Gesellschaft. Sie gestaltet Beziehungen und beeinflusst unser Verhalten gegenüber anderen. Über verschiedene Lebensbereiche hinweg hat Empathie das Potenzial, sowie positively als auch negatively genutzt zu werden.






Anzeige