Intelligenz und ihre vielfältigen Dimensionen: Warum Logik nicht der einzige Maßstab ist

Warum wird Intelligenz hauptsächlich über logisches Denken gemessen, obwohl es auch andere Formen der Intelligenz gibt?

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In der heutigen Gesellschaft ist der Intelligenzquotient (IQ) ein weit verbreiteter Indikator für Intelligenz. Viele von uns haben bereits einen IQ-Test absolviert. Dabei fällt sofort auf – die meisten dieser Tests setzen stark auf logisches Denken. Oft begegnen wir Aufgaben wie „Fortsetzung der Zahlenreihe“ oder „Vervollständigung von Bildmustern“. Es stellt sich die Frage: Warum wird Intelligenz so stark mit logischem Denken verknüpft? Lässt sich Intelligenz nicht vielschichtiger betrachten?

Die grundlegende Annahme lautet: Logisches Denken ist essenziell für viele Bereiche. Zahlreiche IQ-Tests messen ebendies diese Fähigkeit, weil sie relativ leicht zu erfassen ist. Jeder kennt das: Viele Menschen die als intelligent angesehen werden, sind nicht unbedingt in Mathematik oder bei verbalen Aufgaben besonders stark. Sie könnten ihre Stärken in anderen Bereichen finden: Praktische Intelligenz, soziale Fähigkeiten oder Kreativität. Dennoch – ohne logisches Denken bleibt es eine Herausforderung, jenseits aller Intelligenz nützliche Einsichten zu gewinnen.

Ein weiterer Punkt ist die Schnelligkeit. Ein IQ-Test, bezogen auf Tempo und Genauigkeit – das kann verlockend erscheinen. Dennoch ist es irreführend zu behaupten ´ jemand sei weniger intelligent ` nur weil er länger für die Lösung braucht. Das müsste zwingend ebenfalls zu einem zeitunbegrenzten Test führen, ebenso wie in vielen aktuellen IQ-Messungen. Ein IQ-Wert von 122 kann den Verdacht auf überdurchschnittliche Intelligenz erzeugen, signalisiert jedoch eher eine Wahrscheinlichkeit. Hier gilt – dass der tatsächliche Wert mit einer gewissen Varianz von 112 bis 132 verknüpft ist. Ein schwammiges Urteil; ohne Zweifel.

Gleichwohl ist die Konstruktion eines präzisen IQ-Tests ein langwieriger und komplexer Prozess. Die Forschungs- und Entwicklungskosten sind enorm. Ein perfekter Test ´ der alle Facetten der Intelligenz abdeckt ` stellt sich oft als illusorisch heraus. Warum? Vielleicht weil es kaum möglich ist innerhalb eines marktfähigen Rahmens sowie vergleichbare als auch valide Ergebnisse zu liefern. Ein Test voller Fragen – sogar 5000 Items stark – könnte es für viele unhandhabbar machen die Zeit und Ressourcen sollten in einem angemessenen Verhältnis zum Nutzen stehen.

Doch was ist Intelligenz im Kern? Laut Definition beschreibt sie die Fähigkeit Zusammenhänge zu erkennen. Also: Kausalitäten und Gesetzmäßigkeiten zu erkennen. Tests orientieren sich oft daran – wie gut jemand Muster reproduzieren oder Regeln finden kann. Diese Form müsste jedoch nicht alle Intelligenzformen abdecken. Fähigkeiten wie intuitive Wahrnehmung ´ die oft unbewusst abläuft ` sind kritische Aspekte des Intelligenzverständnisses. Stellen Sie sich einen Menschen vor der einen Baum erkennt – unabhängig von seiner Form. Diese Fähigkeit arbeitet oft ohne präzise Definitionen ist aber für das Verständnis von Zusammenhängen und adäquates Handeln essenziell.

So gibt es eine Vielzahl an Intelligenztests deren Validität in der Wissenschaft noch kontrovers diskutiert wird. Nehmen wir an ´ jemand möchte wirklich verstehen ` was die eigenen Testwerte bedeuten. Über das Internet zugängliche, billige Tests sind dabei nur wenig hilfreich. Besser wäre sich auf einen spezialisierten Psychologen zu stützen um fundierte Erkenntnisse zu erlangen.

Insgesamt lässt sich festhalten: Während logisches Denken ein zentraler Bestandteil der Intelligenzmessung ist, bleibt es bestimmt nicht der einzige. Intelligenz hat viele Gesichter und deren Komplexität muss in der Diskussion über Intelligenz-Tests dringend berücksichtigt werden.






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