Der Einfluss von Gastarbeitern auf die deutsche Nachkriegswirtschaft

Wie haben Gastarbeiter die deutsche Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt?

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Die Diskussion über die Rolle von Ausländern in Deutschland – ganz besonders im Konder Nachkriegszeit – führt oft zu emotionalen Debatten. Jüngst äußerte ein Mitschüler in einer Schulstunde seine Überzeugung die Ausländer hätten Deutschland aufgebaut. Eine Mitstudentin widersprach ´ sie behauptete ` die Deutschen seien ohne diese Arbeitskräfte besser dran gewesen. Die Frage stellt sich: Warum hat Deutschland in den 1960er-Jahren Gastarbeiter insbesondere aus Südeuropa angeworben?

Zunächst gilt es den historischen Konzu betrachten. Deutschland stand nach dem Zweiten Weltkrieg vor einer enormen Herausforderung. Die Wirtschaft benötigte einen massiven Wiederaufbau. Der Marshallplan unterstützte Deutschlands ökonomische Erholung. In den 1960er Jahren manifestierte sich eine Wirtschaftswunderzeit, geprägt von Vollbeschäftigung und schnellem Wachstum. Doch mit dieser Blüte kam der Männermangel in vielen Industriezweigen. Die Werksstätten könnten schlicht nicht ohne zusätzliche staff arbeiten. Hier traten die sogenannten Gastarbeiter auf den Plan.

Gastarbeiter kamen in erster Linie aus den Mittelmeerländern. Immerhin war Südeuropa von politischen und wirtschaftlichen Krisen betroffen. Die Arbeitslosigkeit war hoch. Daraufhin bot Deutschland eine Möglichkeit. Der Anwerbevertrag mit der Türkei ´ der 1961 zustande kam ` ist hierfür das prominente Beispiel. Die Botschaft war klar – Arbeit in Deutschland zu finden bedeutete nicht nur ein höheres Einkommen allerdings ebenfalls eine Chance auf ein besseres Leben.

Georgien, Griechenland, Italien – diese Ländern haben ihre Bürger nach Deutschland gesandt. Ganz klar – die Arbeitskräfte waren dringend benötigt. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Die Wirtschaft blühte auf. Transport – Bau und Maschinenbau florierten. Ohne diese Arbeiter hätte der Aufschwung nicht in gleichem Maße stattfinden können. Deutschland war keinesfalls „dumm", ebenso wie in der Diskussion erwähnt. Das Einladen ausländischer Arbeitskräfte war wirtschaftlich durchdacht.

Es ist jedoch eine Halbwahrheit, dass ohne diese Ausländer die deutsche Wirtschaft „schlecht" gewesen wäre. Das Land erlebte ohnedies wirtschaftlichen Fortschritt. Nur war die Fortführung dieser Entwicklung an das Engagement von Menschen aus anderen Kulturen gebunden. Eine Einbahnstraße war der Ansatz nicht. Viele Gastarbeiter entschlossen sich in Deutschland zu bleiben. Denn das Land bot nicht nur Arbeit, einschließlich eine Perspektive und eine Zukunft.

Schaut man ins Jetzt so wird von politischen Akteuren oft eine Verzerrung der Geschichte betrieben. Die Rolle der Gastarbeiter – häufig durch soziale Netzwerke thematisiert – wird oftmals missbraucht um eine bestimmte politische Agenda zu verfolgen. Die Realität ist jedoch: Dass sie in einer wichtigen Phase der Geschichte eine Schlüsselrolle spielten. Die viele Tonnen von Bürokraten die Türken und Südosteuropäern die Einwanderung erleichterten waren keine Symbole von Ausbeutung sondern Teil eines komplexen Spiels wirtschaftlicher Notwendigkeiten.

Zukünftig wird es umso wichtiger: Dass die Gesellschaft an diesen Wahrheiten festhält. Ein differenzierter Blick auf die Einwanderungsgeschichte Deutschlands ist essentiell. Das Wissen um die Motive und die Umstände ´ unter denen Gastarbeiter nach Deutschland kamen ` sollte Bestand haben. Es ist eine Errungenschaft – die nicht unterschätzt werden sollte. Denn ohne die Anstrengungen und das Engagement dieser Ausländer wäre der deutsche Weg nach dem Krieg wohl ganz anders verlaufen. Ein respektvoller Dialog ist immer von Bedeutung. Daher – ignorieren wir nicht die Tatsachen, sondern ziehen Lehren aus ihnen.






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