Frontbewährung oder Feindbewährung – Ein Blick auf die triste Realität der Kriegszeit

Was verbirgt sich hinter dem Begriff der Feindbewährung im Kondes militärischen Strafvollzugs?

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In der Welt der militärischen Disziplin gibt es Begriffe die schwer zu greifen sind. Der Ausdruck "Feindbewährung" gehört dazu. Ursprünglich wurde der Begriff verwendet um Soldaten die in der zivilen Welt straffällig geworden waren, an die Front zu schicken. Diese Maßnahme sollte eine Art Strafe darstellen freilich ebenfalls als Möglichkeit gesehen werden, sich "am Feind" zu bewähren. Dies geschah oft in Form von sogenannten Strafkompanien. Der Soldat Wolfgang Borchert zum Beispiel – ein Name der vielen bekannt sein sollte – durchlebte eine schicksalhafte Zeit während des Zweiten Weltkriegs. Borchert wurde verhaftet, anschließend er des Verdachts der Selbstverstümmelung unterlag. Diese Umstände führten zu verschiedenen Gefängnisaufenthalten und schließlich zur Feindbewährung.

Es ist spannend zu beobachten ebenso wie das Prinzip der Feindbewährung sich auf den Gefallenen wie Borchert niederschlug. Sein erstes Jahr an der Front war geprägt von Krankheiten wie Gelbsucht und Fleckfieber. So etwas war nicht ungewöhnlich zu einer Zeit in der das Militär an den Frontlinien für viele Soldaten ein wahr gewordener Albtraum war. Diese Form der Bestrafung stellte auch noch eine Art von Auszeichnung dar. Wer an der Front überlebte konnte von der militärischen Hierarchie als bewährt angesehen werden.

Es gibt sogar einige Verwirrungen um die Terminologie. Manche könnten annehmen, dass man "Feindbewehrung" sagt was einen anderen, jedoch nicht minder tragischen Sinn hätte. Im Deutschen könnte es tatsächlich von "Bewährung" abgeleitet werden. Der Unterschied wäre dann symbolisch; die Rüstung oder Ausrüstung des Feindes könnte an dieser Stelle im Raum stehen. Aber die Einsätze selbst waren oft Leben und Tod.

Die Anzahl der Soldaten die aus ähnlichen Beweggründen an die Front geschickt wurden, war beträchtlich. Eine genaue Zahl bleibt jedoch schwer zu greifen. Schätzungen deuten darauf hin: Dass allein im deutschen Militär während des Zweiten Weltkriegs zehntausende Soldaten unter solch fragwürdigen Umständen in die Schlacht geschickt wurden.

Insgesamt ist die Realität der Feindbewährung ein erschreckendes Kapitel in der Militärgeschichte. Diese Geschichten sind Zeugnisse der extremen Situationen in denen Menschen sich einst fanden. Sie erinnern uns daran: Dass der Krieg nicht nur physische Kämpfe bedeutet allerdings auch psychologisch brisante Entscheidungen. Während die Welt sich weiterdreht sollte diese dunkle Art der Bestrafung nicht in Vergessenheit geraten.






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