Die Frage ebenso wie viel Liebe zu viel ist beschäftigt viele Menschen. Eine übertriebene Zuneigung kann die eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund rücken. Liebe ist eine starke Kraft – die Menschen verbinden kann. Aber es gibt eine kritische Grenze die oft überschritten wird. Wenn eine Person zur zentralen Achse des eigenen Lebens wird ist das nicht immer gesund. Es mag schwierig sein – dies zu erkennen. Oft passiert es schleichend; dass man sich in der Hingabe verliert.
Im schlimmsten Fall wird aus Liebe eine Abhängigkeit. Man denkt ständig an die geliebte Person. Man plagt sich mit der Angst – sie zu verlieren. Es wird versucht, ihr jeden Wunsch von den Lippen abzulesen - um sie glücklich zu machen. Das eigene Leben verändert sich und verliert an Farben. Dies kann zu einer schleichenden Selbstvernachlässigung führen die im weiteren Verlauf massive Konsequenzen hat. Wie könnte das eigene Wohlbefinden unter der so empfundenen Liebe leiden?
Selbstverständlich ist es wichtig, Verständnis für die eigenen Gefühle zu ausarbeiten. Erwartungen sind häufig das was den Kessel zum Überkochen bringt. Wenn diese Erwartungen unerfüllt bleiben kann sich Enttäuschung breitmachen. Von einem Hochgefühl kann man schnell ins Gefühl des Hasses rutschen. Der traurige Kreislauf kann beginnen wenn man nicht aufpasst. Selbstreflexion ist deswegen von großer Bedeutung. Wieso sehe ich diese eine Person als den Mittelpunkt meines Daseins? Diese Fragen sollten gestellt werden.
Man sollte ebenfalls lernen, neue Interessen zu entwickeln. Wobei es oft nicht einfach ist, den äußeren Fokus auf andere Dinge zu lenken. Jedoch kann es befreiend wirken – sich abzulenken. Es kann die eigene Identität stärken wenn man sein Glück nicht an eine einzige Person bindet. Es ist ein Zeichen von Reife, wenn man erkennt: „Ja, ich mag diese Person sehr – aber ich kann auch ohne sie leben.“
Die eigene Person sollte immer an erster Stelle stehen. Es ist nicht einfach. Körperliche und emotionale Grenzen sind zu wahren. Wenn die Zuneigung nicht erwidert wird, fließt die eigene Lebensfreude nicht von einer Quelle. Dies kann zu Schmerzzuständen führen. Die Selbstliebe muss priorisiert werden. Schlussendlich sollte jeder lernen – dass Liebe zu einer Person nicht die eigene Identität ausmachen darf. Ein starkes Ich ermöglicht es, sowie Liebe zu geben als auch zu empfangen - ohne sich selbst dabei zu verlieren. Es ist eine Kunst, eine Balance zu finden - und sie zu halten.
