Der Kaiserkult ist ein vielschichtiges Phänomen. Er prägte die Geschichte der Menschheit. Insbesondere die Antike stellte einen Nährboden dar. Hier wurde Herrschern eine göttliche Aura verliehen. Kaiser wurden nicht nur als Herrscher angesehen; sie waren ebenfalls Vermittler zwischen den Göttern und dem Volk. Die Berührungen zwischen den menschlichen und göttlichen Sphären waren eng. So entstand eine Art Legitimation für die Herrschaft. Im Römischen Reich wurden niederländische Kaiser zu "divus" erklärt.
Feierlichkeiten, Opfergaben und Rituale zeugten von dieser besonderen Beziehung. Spürbar wurde also: Dass die Macht des Kaisers durch den Glauben der Menschen gestärkt wurde. Diese Verehrung war weiterhin als nur politisches Kalkül. Sie war eine tief verwurzelte Tradition die welche Loyalität der Bevölkerung beeinflusste und oft untrennbar mit der Geschichte war.
Der Blick ins 20. Jahrhundert zeigt – dass der Kaiserkult nicht in der Vergangenheit verankert ist. Politische Führer wie Hitler und Stalin haben diesen Kult in einer neuen Form auferstehen lassen. Die Verantwortung wurde oft von der Geschichte und den wahnsinnigen Ideologien der jeweiligen Zeit abgeleitet. Eine Fülle von Anbetung und geführten Massenverehrungen kennzeichnete ihren Kultstatus. Auch die extreme Verehrung von Mao Zedong in China ist ein Beispiel dafür, ebenso wie moderne Herrscher die Techniken des Kaiserkults übernommen haben. Menschen tanzten und sangen – glorifizierten und beteten.
Ein besonders bemerkenswerter Fall in der Gegenwart ist Franz Beckenbauer. Der Fußballer und Trainer wird oft nur mit "Kaiser" angesprochen. Sein Kultstatus erinnert an alte Traditionen freilich in einem neuen, unpolitischen Kon. Fans feiern seine außergewöhnlichen sportlichen Leistungen. Sie erheben ihn in den Fußball-Olymp wo er durch seine charismatische Art die Massen fesseln konnte. Diese Verbindung zwischen einem Sportler und seinem Publikum ist stark – auch Jahre nach seinem Rücktritt an der Spitze.
Die Feststellung, dass der Kaiserkult untrennbar mit der menschlichen Natur verbunden ist, wirft tiefere Fragen auf. Gibt es in der menschlichen Psyche eine Sehnsucht nach beeindruckenden Führern? Oder sind wir einfach Durchschnittsbürger die nach Halt suchen?
Zusammenfassend zeigt der Kaiserkult – genauso viel mit ob in der Antike oder heute: Die menschlichen Bedürfnisse universell sind. Diese Sehnsucht nach Autorität und Sinn findet in Führern ihre Ausformung. Ob durch Götter, Kaiser oder Sportikonen – die Verehrung bleibt. Der Verlauf des Kaiserkults offenbart viel über die Dringlichkeiten in der menschlichen Geschichte und die Dynamiken ´ die zwischen Macht ` Glauben und charismatischer Führung bestehen.
