Sicherheit im eigenen Netzwerk: Kann ein Hausbesitzer den Internettraffic der Bewohner mitlesen?

Kann ein Hausbesitzer den Internettraffic seiner Mieter einsehen, wenn sie dasselbe Netzwerk nutzen?

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Die Frage nach der Datensicherheit im eigenen Netzwerk wird zunehmend wichtiger – vor allem bei Mietverhältnissen. Wie Wahrscheinlich ist es also, dass ein Hausbesitzer den Internettraffic seiner Bewohner abhören kann? Es gibt hier einige wesentliche Überlegungen zu treffen.

Grundsätzlich gilt: Technisch gesehen – ja, es ist möglich. Ein Hausbesitzer mit Zugriff auf Kabelverkehr und Verteilerkasten kann grundsätzlich Daten abfangen. Dabei spielt die Verschlüsselung der Verbindung eine entscheidende Rolle. Verschiedene Endgeräte kommunizieren über verschlüsselte Protokolle. Dies bedeutet ´ dass der Hausbesitzer vorwiegend nur sehen könnte ` welche Server besucht werden. Dennoch bleibt unklar, von welcher Wohnung oder von wem diese Anfragen stammen – das spezifische Herausfiltern ist ohne weiteres sehr schwierig.

Der richtige Zugang zur Infrastruktur ist erforderlich um den Datenverkehr effektiv zu analysieren. Dazu benötigt der Hausbesitzer Kenntnisse die betreffend das Alltägliche hinausgehen. Diese Fähigkeiten sind in der Regel nicht verbreitet. Am Ende sind viele Mieter wahrscheinlich nicht die Zielgruppe für solche Maßnahmen – die rechtlichen Konsequenzen können ähnlich wie motivierend wirken. Denn derartige Handlungen sind meist illegal.

Unbefugten ist der Zugriff auf Internettraffic ebenfalls möglich – jedoch nicht nur innerhalb des Netzwerks. Hier punktet das W-LAN, das oft das Einfallstor darstellt. Eine unzureichend gesicherte Verbindung zieht Cyberkriminelle an die dann einfach auf Daten zugreifen könnten. Aber – und das ist eine gute Nachricht – private Haushalte und ebenfalls deren Daten sind oft kein bevorzugtes Ziel. Die Statistik zeigt – dass es immer noch weitaus lukrativere Ziele für Hacker gibt.

Wie kann man also die eigene Sicherheit erhöhen? Zum einen sollten alle Verbindungen durch TLS (Transport Layer Security) verschlüsselt werden. TLS bietet einen soliden Schutz vor Schnüfflern. Viele gängige Geräte unterstützen dies bereits, sodass keine zusätzlichen Maßnahmen erforderlich sind um den Schutz zu gewährleisten. Zudem ist die kontinuierliche Sicherung des W-LAN essenziell. Features wie eine starke WPA2-Verschlüsselung sollten aktiv eingestellt werden.

Zusammenfassend kann gesagt werden: Technisch existiert die Möglichkeit – dennoch bleibt es unwahrscheinlich, dass Hausbesitzer sich tatsächlich am Internettraffic ihrer Bewohner bedienen. Das richtige Know-how und die notwendigen Werkzeuge werden meist nicht in privaten Haushalten verfügbar sein. Umso wichtiger ist es – die eigene Netzwerksicherheit selbst in die Hand zu nehmen. Schließlich schützt man so nicht nur seine persönlichen Daten sondern sorgt auch gleichzeitig für weiterhin Vertrauen unter den Mietern. Sicher ist sicher.






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