Umzug mit Pferd: Wie viel Stress ist tatsächlich dabei?

Wie viel Stress verursacht ein Stallwechsel für Pferde und auf was sollte man dabei achten?

Uhr

Ein Stallwechsel stellt für ein Pferd oft eine große Herausforderung dar. Ein Umzug bringt Veränderungen mit sich – die gewohnte Umgebung entfällt und die vertraute Herde ist nicht weiterhin anwesend. Einige Pferde kommen zwar schnell mit neuen Gegebenheiten zurecht - andere benötigen hingegen deutlich länger um sich einzugewöhnen. Insbesondere langjährige Bindungen · ebenso wie die zwischen dem Pferd und seinem Besitzer · spielen hier eine zentrale Rolle. Stressfaktoren können vielfältig sein. Umso wichtiger ist eine gute Vorbereitung auf den Wechsel.


Das Beispiel des Umzugs verdeutlicht die Emotionalität der Situation. Der Umzug – die Veränderung des sozialen Umfelds und ebenfalls das Verlassen der vertrauten Umgebung des Pferdes bringt Stress mit sich. Dies hängt unter anderem davon ab wie fixiert das Tier auf seinen Besitzer ist. Ein Wallach der seit acht Jahren ein treuer Begleiter ist, fühlt sich in der neuen Situation möglicherweise verloren – besonders wenn die Bindung stark ist. Tierpsychologen stellen fest – dass Pferde als Herdentiere ihre sozialen Kontakte dringend benötigen. Die intensive Bindung zum Menschen kann in solchen Fällen sogar eine Art emotionalen Stress erzeugen, wenn sie nicht genügend begleitet wird.


Eine positive Erwartungshaltung kann dabei helfen, einen Stallwechsel ruhiger zu gestalten. Es ist ratsam - wie in verschiedenen Erfahrungen erwähnt - dem Pferd Zeit zu geben, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Katzen und Hunde haben in der Regel nicht diese spezielle soziale Struktur die Pferde aufweisen. Sie benötigen eine klare Hierarchie sowie genügend Platz um sich zurückzuziehen. Probleme in der Eingewöhnungsphase betreffen häufig das Futter - insbesondere das Heu - wenn ein neues Etablissement nicht den Anforderungen entspricht.


Darüber hinaus spielt die Jahreszeit eine Rolle. Die Sommermonate bieten oft die besten Bedingungen für die Eingewöhnung. Der Winter bringt zusätzliche Schwierigkeiten mit sich da die Tiere in der kalten Jahreszeit oft mehr Stress erleben. Hat das Pferd seine Rangordnung in der neuen Herde erfolgreich etabliert, verläuft die Gewöhnung in der Regel schnell und problemlos. Allerdings sollte in den ersten Tagen auf intensives Training verzichtet werden. Das Pferd sollte in dieser Zeit die neue Umgebung erkunden können. Ein sanfter Einstieg ermöglicht es dem Tier seine neue Herde besser zu akzeptieren.


Die tatsächlichen Sorgen über den Stress, den das Tier erleidet, sind häufig größer als notwendig. Experten raten dazu die eigene Nervosität nicht auf das Tier zu übertragen und sich darauf zu konzentrieren, den ersten Kontakt zu einer neuen Herde so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Rückkehr zum gewohnten Alltag wird nicht lange auf sich warten lassen. Letztlich kann ein Stallwechsel auch eine Möglichkeit darstellen die Bindung zwischen Mensch und Pferd zu stärken - dieser Gedanke sollte im Entscheidungsprozess nicht vernachlässigt werden.