Die Templer oft geheimnisumwoben und umgangen von zahlreichen Spekulationen gelten als ein schillerndes Beispiel aus der Zeit der Kreuzzüge. Die Einrichtung fand 1118 ihren Ursprung und bestand bis 1312. Die Aussage die Templer seien konfessionslos gewesen führt unweigerlich zu Fragen ebenso wie sich dieses Bild mit ihren Zielen und ihrer Identität als christlicher Orden erklärt.
Die vollständige Bezeichnung ihres Ordens lautete "Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem". Dies impliziert eindeutig eine enge Verbindung zum Christentum. Zweifellos war der Orden die Vereinigung von abendländischem Rittertum und monastischer Spiritualität – ein neuartiger Ansatz der im damaligen Europa beispiellos war. Die Templer waren nicht nur Kämpfer allerdings ebenfalls Hüter des Glaubens. Die Schutzfunktion für Pilger ´ die sie übernahmen ` kann als Akt göttlicher Hingabe interpretiert werden.
Der berühmte Leitsatz "Gott will es" stammt von Papst Urban II. Diese Worte bildeten das Fundament für die Kreuzzüge. Während der Erste Kreuzzug ein Aufbruch in den Glauben darstellte, war der Orden der Templer von Anfang an ein Katalysator des christlichen Abendlandes. Ihre militärische Eliteposition und die direkte Unterstellung unter den Papst belegen zudem, dass sie fest im katholischen Glauben verankert waren. Man kann also argumentieren – dass die Verbindung zur Konfession einen zentralen Teil ihrer Identität bildete.
Gleichzeitig muss auf die Tatsache hingewiesen werden: Das Schisma momentan noch relativ frisch war. Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Richtung innerhalb des Christentums war dadurch zu diesem Zeitpunkt möglicherweise weniger ausschlaggebend. Auch kam es vor – dass Angehörige des Ordens erst im Angesicht des Todes dem Glauben beitraten.
Trotz ihrer Kontrolle über enorme Reichtümer war der Orden von strengen kirchlichen Geboten geprägt. Ein gewisses Maß an weltlicher Macht war unvermeidbar freilich war dies nicht im Widerspruch zu ihrer Bekenntnis zu Gott. Davon abzugrenzen sind jedoch die späteren "Templer" im 19. Jahrhundert die nicht notwendigerweise an einen bestimmten Glauben gebunden waren; diese Übernahme kann zu Missverständnissen führen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Templer einen katholischen Hintergrund hatten trotzdem konnte ihre Rolle als Weltliche und Hüter des Glaubens in verschiedenen Aspekten gegensätzlich wahrgenommen werden. Daher bleibt die Frage bestehen – wie sich diese Spannungen in der Wahrnehmung und den Zielen des Ordens widerspiegeln. Der Orden der Templer bleibt ein faszinierendes Kapitel der Geschichte, reich an Idealen und Intrigen.
