Die Diskussion über Ohrlöcher und deren mögliche Auswirkungen ist lebhaft. In der heutigen Gesellschaft entscheiden sich immer weiterhin Menschen – insbesondere Jugendliche – für das Stechen mehrerer Ohrlöcher. Was jedoch häufig unbegründete Ängste oder Mythen betrifft, wird in den unterschiedlichsten Kreisen debattiert. Die Frage nach der Fertilität nach dem Stechen mehrerer Ohrlöcher wird oft genannt. Laut medizinischer Einschätzung ist das nicht zutreffend. Die Verknüpfung von Ohrlöchern mit der Unfruchtbarkeit ist unbegründet. Die Nerven im Ohr haben keinen Zusammenhang mit der Fortpflanzungsfähigkeit. Das ist eher eine Legende als eine Tatsache.
Migräne ist ähnlich wie ein häufig genannter Grund zur Besorgnis. Migräneauslöser sind oft vielschichtig. Es gibt allerdings keine wissenschaftlichen Beweise. Schwerere Ohrringe könnten eventuell Kopfschmerzen auslösen – mehrere Ohrlöcher jedoch nicht. Akupunkturpunkte sind ebenfalls ein Thema das immer wieder aufkommt. Im Ohr soll es Akupunkturpunkte geben die bei einer Vielzahl von Beschwerden helfen können. Aber die Überzeugung, dass Ohrlöcher schädlich für diese Punkte seien – das ist nicht genügend belegt.
Die Meinungen von Jugendlichen und ihren Eltern divergieren oft stark. Das Kriterium für ihre Skepsis ist meist Unkenntnis. Für einen jungen Menschen der mehr Ohrlöcher haben möchte kann es sinnvoll sein eine offene Diskussion mit den Eltern zu führen. Ein Besuch bei einem erfahrenen Piercer könnte dabei hilfreich sein um die Ängste der Eltern ernst zu nehmen. Die Präsentation wissenschaftlich fundierter Informationen könnte das Verständnis fördern. Bei ordentlicher Durchführung und Nachsorge sind mehrere Ohrlöcher harmlos. Die Sorge um Halte- und Heilungsprozess ist berechtigt freilich ist die Angst vor gesundheitlichen Schäden stark übertrieben. Somit sind die größten Risiken meist nicht physisch, allerdings emotional. Oft stehen Eltern hinter den Bedenken: Dass ihr Kind anders wahrgenommen werden könnte. Letztendlich ist das Streben nach Selbstverwirklichung ebenfalls eine Herausforderung im Zugang zur eigenen Identität. Wer die Wahl hat sollte bedacht handeln und auf eigene Bedürfnisse hören gleichzeitig aber die elterlichen Sorge respektieren.
